Jakob-Grimm-Schüler auf Exkursion in den Steinbrüchen rund um Oberellenbach

Unterwegs im Gipsbruch

Schlagen Steine: Unser Bild zeigt Jan-Lukas Wahl, Klaus Hoppe und Marvin Bode, von links, im Gipsbruch bei Oberellenbach. Im Erdkundeunterricht wollen sie diese untersuchen.

Rotenburg/Oberellenbach. Marius hat im Gipsbruch etwas Ungewöhnliches gefunden. Das Steinchen sieht aus wie ein heller Glassplitter. Von Lehrer Dr. Uwe Brehm bekommt er dafür ein Lob: „Toll, Marius!“ Drei Klassen der Rotenburger Jakob-Grimm-Schule waren in dieser Woche in den Steinbrüchen rund um Oberellenbach auf Exkursion.

Brehm erklärt den Schülern: „Diese Art von Gips wird auch Marienglas oder Fraueneis genannt. Früher wurden damit Heiligenfiguren verziert.“ Die Entstehung von Landschaftsformen und die Bestimmung von Gesteinsarten sind Inhalte der Unterrichtseinheit, mit der sich die achten Klassen befassen. Es geht um Geologie, die Wissenschaft vom Erdinneren.

„Diese Region eignet sich perfekt, um geologische und naturgeografische Prozesse zu erklären“, berichtet Brehm. Auf engem Raum fänden sich hier unterschiedliche Gesteinsarten: Buntsandstein, Gips, Kalkstein, Schwerspat, Basalt, Kupferschiefer.

In sechs Gruppen

In sechs Gruppen sind die Schüler unterwegs. Die klettern in die Grube Gottessegen, erklimmen den Schenkkopf über dem Grauwackensteinbruch, sammeln Basaltbrocken im Vulkanschlot am Breitenberg. Sie umrunden den See oberhalb Oberellenbachs und lernen, dass er entstand, weil das Wasser den Gips wegspülte und die Schicht darüber einbrach. In einer Skizze halten die Schüler die Form des Sees fest.

Im Gipsbruch stapfen die Achtklässler Jan-Lukas, Klaus und Marvin an Baggern und großen Maschinen mit Förderbändern vorbei durch die klumpige weiße Masse. An einem Hang knien sie sich hin und schlagen mit dem Hammer Steine heraus, die dann, in Tüten verpackt, in den Rucksack wandern. Im Unterricht werden sie die weißen und braunen Bröckchen untersuchen.

Nur Buch wäre blöd

„Es wäre doch blöd, nur ein Erdkundebuch aufzuschlagen, wenn wir auch hier an Ort und Stelle stehen können“, sagt Lehrer Andreas Grunwald. Dabei erlaubt er auch, dass manche Kinder den Hang hinabklettern und die entlegenen Winkel des Steinruchs erkunden: „Abenteuer gehört dazu.“

Von Achim Meyer

Quelle: HNA

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