Frühestens Anfang November geht es mit dem Kali-Abbau weiter

K+S-Bergwerk Unterbreizbach: Unglücksgrube droht Kurzarbeit

+
Steht still: Das Kali-Bergwerk im thüringischen Unterbreizbach. Dort war es am 1. Oktober zu einem schweren Grubenunglück mit drei Toten gekommen.

Unterbreizbach/Kassel. Nach dem schweren Grubenunglück vom 1. Oktober, bei dem drei Bergleute ums Leben kamen, droht dem Kalibergwerk Unterbreizbach in Thüringen Kurzarbeit.

Wie der K+S-Konzern mitteilte, verhandeln Management und Betriebsrat derzeit über eine entsprechende Betriebsvereinbarung.

Von Kurzarbeit wäre ein Großteil der aktuell rund 830 Beschäftigten am Grubenstandort im Wartburgkreis unweit der Landesgrenze zu Hessen betroffen. Vor Eintritt in die Kurzarbeit müssen die Beschäftigten zunächst Resturlaube nehmen und Arbeitszeitkonten leeren.

Aufwändige Belüftung

Lesen Sie auch

Grubenunglück: Tödliches Gas verbreitete sich in Sekundenschnelle

Grund für die bevorstehende Kurzarbeit ist die aufwändige Belüftung (Bewetterung) des weitläufigen Stollensystems, um die beim Gasausbruch unerwartet große Menge an freigesetztem Kohlendioxid zu beseitigen. Dies lasse die Wiederaufnahme der Produktion vor Anfang November nicht zu, sagte K+S-Sprecher Ulrich Göbel. Erst nach abgeschlossener Bewetterung seien eine umfassende Bewertung der Situation im Bergwerk und eine Entscheidung über das weitere Vorgehen möglich.

Der aktuelle Produktionsausfall in Unterbreizbach wird nach Angaben Göbels wirtschaftliche Auswirkungen auf das gesamte Werk Werra haben, die heute noch nicht beziffert werden könnten. Grund dafür sei, dass in Unterbreizbach die hochwertigsten Salze gefördert würden. Die fehlten nun besonders im Werk in Wintershall, um das daher stammende Rohsalz durch Beimischung aufzuwerten. Die Kunden würden dennoch mit den georderten Produkten beliefert, betonte der K+S-Sprecher am Donnerstag.

In Unterbreizbach werden im Normalbetrieb täglich 10 000 Tonnen Rohsalz gefördert. Im Werk Hattorf im hessischen Philippsthal sind es 32 000, im Werk Wintershall bei Heringen (Kreis Hersfeld-Rotenburg) 33 000 Tonnen. Diese drei Gruben bilden mit dem Besucherbergwerk Merkers im Wartburgkreis das so genannte Verbundwerk Werra, das Herzstück der K+S-Kali-Produktion.

Auf den Aktienkurs hatte die Verlängerung des Produktionsstopps im Bergwerk Unterbreizbach kaum Auswirkungen. In einem starken Marktumfeld legte das Papier bis zum Abend 1,42 Prozent auf 18,88 Euro zu. Allerdings haben die Titel in den vergangenen Wochen dramatisch an Wert verloren.

K+S beschäftigt weltweit mehr als 14 000 Mitarbeiter, davon 6000 in Hessen, 1300 in Niedersachsen und gut 1000 in Thüringen.

Quelle: HNA

Kommentare