Hand-Fuß-Mund-Krankheit

Ungewöhnlich viele Kinder im Kreis sind an hoch ansteckendem Virus erkrankt

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Der typische Aussschlag an den Händen: Vor allem kleine Kinder stecken sich mit der Hand-Fuß-Mund-Krankheit an, die derzeit im Landkreis Hersfeld-Rotenburg grassiert. Aber auch Erwachsene können sich infizieren.

Hersfeld-Rotenburg. Viele Kinder im Landkreis sind an einem wenig bekannten, aber hoch ansteckenden Virus erkrankt. Kindertagesstätte verzeichnen ungewöhnlich viele Fälle der Hand-Fuß-Mund-Krankheit. Sie geht häufig mit Fieber und einem Ausschlag an Handflächen, Fußsohlen und im Mundbereich einher.

Laut Robert-Koch-Institut liegt die Hochsaison im Spätsommer und Herbst, doch derzeit häufen sich die Fälle in Waldhessen. Seit gut zwei Wochen verzeichnet der Bebraer Kinderarzt Behcet Iscioglu bis zu fünf Patienten wöchentlich. Üblich seien ein bis zwei Fälle im Monat.

Auch bei einer Umfrage auf Facebook berichten Leser von Fällen im ganzen Landkreis. Bekannt sind Erkrankungen in Bad Hersfeld, Rotenburg, Bebra, Heringen, Friedewald und Niederaula. An einer Kita in der Kreisstadt erkrankten innerhalb weniger Tage mehrere Kinder, was die Einrichtung nach dem Hygieneplan dem Gesundheitsamt gemeldet hat. Das ist aber der einzige Fall, der der Kreisbehörde bekannt wurde, da es keine Meldepflicht für die Hand-Fuß-Mund-Krankheit gibt, sagt Kreissprecher Michael Adam.

Die Kitas bemühen sich, die Krankheit mit Aufklärungsarbeit einzudämmen. Schon beim Verdacht werden die Eltern per Aushang informiert, damit sie aufmerksam sind und kranke Kinder zu Hause lassen, sagt die Leiterin der Kita Friedewald, Silke Hüchel-Steinbach: „Unser Weg ist die Information. Das ist das einzige, was wir machen können.“

Auch die Leiterin der Kita Egerländer Straße in Rotenburg, Petra Rang, sieht die Eltern in der Verantwortung. Sie beobachtet, dass die Hemmschwelle gesunken ist, ein krankes Kind in die Kita zu bringen - vor allem seitdem meist beide Elternteile arbeiten. Mit Hygienemaßnahmen allein könnten die Kitas aber kaum verhindern, dass sich die hoch ansteckende Krankheit über Wochen in der Einrichtung hält.

Mit der Maul- und Klauenseuche nichts zu tun

Die Hand-Fuß-Mund-Krankheit, kurz HFMK, hat zwar einen ähnlichen Namen, ansonsten aber mit der Maul- und Klauenseuche nichts zu tun, sagt Iscioglu. Die Seuche kommt nur bei Tieren vor, die HFMK wird nur von Mensch zu Mensch übertragen. Deshalb ist es so wichtig, auf die Hygiene zu achten, sagt Iscioglu. In den allermeisten Fällen verläuft die Krankheit völlig unauffällig, nur etwa jeder fünfte Patient entwickelt einen Ausschlag, typischerweise an Händen, Füßen und im Mund. Die Infektion dauert bis zu zehn Tage. Schwere Komplikationen sind eine sehr seltene Ausnahme. Eine Impfung gibt es gegen HFMK nicht.

Von Marcus Janz

Quelle: HNA

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