Nach Unfall vor der Kita: Eltern wollen mehr Sicherheit

Fußgängerampel: Sie soll das Überqueren der Lindenalle in Höhe des Kindergartens sichern: Am Dienstag wurde hier ein Kind angefahren. Immer wieder übersehen Autofahrer die rote Ampel, deren Licht nur schwach scheint. Foto:  ank

Bebra. Dem Sechsjährigen, der am Mittwoch auf der Lindenallee vor dem Katholischen Kindergarten von einem Auto angefahren und mitgeschleift wurde, geht es den Umständen entsprechend gut.

Er war zusammen mit einem weiteren Kind und seinem Opa bei Grün zeigender Fußgängerampel über die Straße gelaufen und von dem Wagen erfasst worden. Offenbar hatte die Autofahrerin die für sie rote Ampel übersehen. Den Unfall zur Abholzeit haben viele Kinder mit angesehen. Sie und die Eltern sind schockiert. Schon 2007 war hier ein Kind angefahren worden. Seit vielen Jahren ist es nach Aussage mehrerer Mütter ein Problem, dass Autofahrer trotz des roten Signals nicht anhalten. Katja Fernandez hat ihren Sohn (4) erst vor vier Wochen an der Kapuze zurückgezogen, weil wieder ein Fahrer einfach durchfuhr.

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Am Tag nach dem Unfall trafen sich mehrere Mütter im Kindergarten mit Leiterin Rosi Zaruba, um zu überlegen, was getan werden könnte. Vorstöße bei Hessen Mobil und der Stadt brachten bisher keinen Erfolg. Die Mütter wissen, dass manche Eltern sich selbst nicht an die Sicherheitsregeln halten. Trotzdem ist die Fußgängerampel ein besonderes Problem, weil das Rot der Ampel besonders bei Sonne schlecht zu sehen ist und viele Fahrer schnell fahren.

Viele Vorschläge wurden in der Runde gemacht. Ein extra Blinklicht oder eine Art Kinderlotse zur Bring- und Abholzeit, eine neue Ampel mit stärkerem Licht (wie bei NKD), Tempo 30. Auch eine längere Grünphase wünschen sich die Eltern, um den Kindern beibringen zu können, dass sie trotz des grünen Männchens erst nach links und rechts schauen müssen.

Problem ist ferner, dass der Verkehr vor der Kita wegen der Umleitung zurzeit besonders stark ist. Die Eltern hoffen nun auf die Stadt und Hessen Mobil, damit die Sicherheit der Kinder erhöht wird. Betroffen von dem Unfall am Dienstag war Albert Fernau, Stellvertreter des Bebraer Bürgermeisters, der sich im Urlaub befindet. Fernau erklärte, gleich am Donnerstag finde ein Treffen mit der Verkehrspolizei vor Ort statt.

Man werde sehen, was getan werden könne, um die Sicherheit zu erhöhen und das Problem zu lösen. Schon mehrfach sei es an dieser Stelle zu gefährlichen Situationen gekommen.

Von Hessen Mobil gab es gestern noch keine näheren Informationen. Straßenbaulasträger für diesen Abschnitt der Kreisstraße 72 ist der Landkreis.

Die Behörde erklärte, Hessen Mobil betreue Kreisstraßen im Rahmen der Auftragsverwaltung. „Da es sich bei dem Unfall an der Fußgängerschutzanlage um ein schwebendes polizeiliches beziehungsweise staatsanwaltliches Ermittlungsverfahren handelt, können wir dazu in Abstimmung mit dem Landkreis derzeit keine weiteren Informationen“ geben, teilte Cornelia Höhl von Hessen Mobil mit.

Von Gudrun Schankweiler-Ziermann

Quelle: HNA

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