Bürgermeister informierte: Ortsumgehung war ein Thema

+
Konzentriert: Die Lispenhäuser folgen den Erläuterungen von Bürgermeister Christian Grunwald zum Schutzschirm. Auch die Entwicklung der Windkraft war Thema der Bürgerinformation. Vor allem aber ging es um die Ortsumgehung.

Lispenhausen. Wenn die Gegner der geplanten Ortsumgehung von Lispenhausen beim Bürgerentscheid am 2. Juni die Mehrheit der Rotenburger hinter sich bringen, ist das Thema Umgehung für das Dorf ein für alle mal gestorben.

Diese Auffassung vertraten Bürgermeister Christian Grunwald, Ortsvorsteher Manfred Knoch und Stadtverordnetenvorsteher Klaus Troch bei einer Bürgerinformationsveranstaltung am Donnerstag.

Es sei nicht vorstellbar, dass der Bund als Baulastträger die geplante Variante 1a weiter prüfen werde, wenn sich die Mehrheit der Rotenburger dagegen ausspräche, erklärte Grunwald. „Wir finden allerdings dann auch nicht heraus, ob eventuell eine andere Trasse möglich wäre.“

Es könne sich während der Planungsphase herausstellen, dass die vorgesehene Variante nicht oder nur zum Teil umsetzbar ist und nach einer anderen Lösung gesucht werden müsse. Das geschehe aber nur, wenn der Planungsauftrag bestehen bleibe, sagte Grunwald.

Peter Wöbbeking, Leitender Baudirektor bei der Planungsbehörde Hessen Mobil, erklärte auf HNA-Anfrage, über dasweitere Vorgehen nach einem ablehnenden Bürgerentscheid entscheide das Bundesverkehrsministerium.

Grundlage der Planung sei nach wie vor die Variante 1a mit Brückenbauwerk über die Bahnanlage zwischen Lispenhausen und Bebra, sagte Wöbbeking gegenüber der HNA. Geplant werde derzeit nicht mit Unterführung - diese Variante hatten sich die Stadtverordneten gewünscht, und der Bürgermeister hatte sie während der Informationsveranstaltung auch mehrfach erwähnt.

Während der Planung würden aktuelle Erkenntnisse eingearbeitet, es werde auch auf Hürden reagiert, die sich zunächst nicht abgezeichnet hätten. Das allerdings nicht ergebnisoffen, sondern immer auf der Grundlage der Vari-ante 1a. Bei schwerwiegenden Hindernissen müsse der Baulastträger erneut entscheiden, erklärte Wöbbeking. Dass die Ortsumgehung von den Stadtverordneten in deren Stellungnahme zum Bürgerentscheid mit der dritten Fuldabrücke verknüpft wurde, wurde in der Informationsveranstaltung kritisiert. Wolfgang Hein zum Beispiel meinte, der Bürgermeister hätte in der Bürgerversammlung des vergangenen Jahres noch gesagt, Brücke und Umgehung seien zwei getrennte Vorhaben. Rainer Nemnich erklärte, die Stellungnahme der Stadtverordneten verstoße in dieser Frage gegen das Sachlichkeitsgebot.

Grunwald erläuterte, die Ortsumgehung werde ohne Brücke funktionieren, die Brücke ohne Umgehung allerdings nicht. Denn man brauche sonst je eine Brücke über die Fulda und über die Bahn, um das Rotenburger Industriegebiet an die B 83 anzuschließen. Die Auffahrt zur Bundesstraße sei nur mit einer aufwändigen Abstützung des darüberliegenden Wohngebietes am Weinberg möglich. Brücke und Umgehung hätten mit Land und Bund zwei verschiedene Baulastträger.

Von Silke Schäfer-Marg

Quelle: HNA

Kommentare