Ulrike Prause leidet an Fibromyalgie

In der Selbsthilfegruppe fühlt sie sich verstanden

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Ulrike Prause leidet seit über zehn Jahren an Fibromyalgie und ist seit zwei Jahren Sprecherin der Selbsthilfegruppe Bad Hersfeld, der rund 70 Mitglieder aus dem ganzen Kreis angehören. Foto: Maaz

Bad Hersfeld. Als Ulrike Prause nach einem Unfall und längerer Krankheit wieder in den Beruf einsteigen wollte und dann auch noch ihr Vater starb, gingen die Schmerzen los, berichtet sie. Das war 2001.

In der Schulter-Arm-Muskulatur und in den Oberschenkeln verspürte sie „wellenartige Schmerzen“, die sie sich nicht erklären konnte. „Morgens war es am schlimmsten“, so Prause, die als Medizinisch Technische Assistentin beschäftigt war.

Die heute 60-Jährige suchte verschiedene Ärzte auf und ließ sich durchchecken, etwa auf Rheuma oder Borreliose. „Aber die Schmerzen hörten nicht auf“, berichtet Prause. Ein bekannter Radiologe habe sie schließlich auf Fibromyalgie (Faser-Muskel-Schmerz, siehe unten) hingewiesen.

Während der Kur in einer Fachklinik für Rheumaerkrankungen, in der es auch eine Abteilung für Fibromyalgie gab, habe sie gelernt, dass ihr etwa warme Bäder, Wassergymnastik oder Gesprächstherapie guttun. Wenn es besonders schlimm war, half ein linderndes Schmerzmittel. Prause war außerdem froh, „dass das Kind nun einen Namen hatte“.

Gelitten habe sie nicht unter den Schmerzen, sondern auch am Unverständnis vieler Mitmenschen. „Fibromyalgie wird oft als Krankheit von Frauen mittleren Alters angesehen, die nicht mehr arbeiten wollen“, sagt Prause. „Es gibt auch Ärzte, die sagen, diese Krankheit gibt es gar nicht.“ Stress oder sonstige psychische Belastungen können die Krankheit auslösen oder beeinflussen. „Es kann zu einem Teufelskreis werden“, warnt die 60-Jährige.

Nach ihrem Klinikauftenthalt ist Prause auf die Selbsthilfegruppe in Bad Hersfeld aufmerksam geworden, deren Sprecherin sie seit zwei Jahren ist. Etwa 70 Mitglieder habe die Gruppe aktuell, die auch in der Deutschen Fibromyalgie Vereinigung (DFV) sind. 20 bis 25 Frauen nehmen an den regelmäßigen Gruppentreffen teil. Dabei stehen natürlich Informationen und neueste Erkenntnisse über die Krankheit im Mittelpunkt des Interesses, aber auch der Spaß soll nicht zu kurz kommen.

„Ich versuche, so zu leben, wie ich es immer getan habe“, sagt Prause, die in Kohlhausen wohnt. Man dürfe sich nicht hängen lassen, seine Hobbys aufgeben oder sich einigeln. „Ich hatte auch das Glück, eine sehr verständnisvolle Familie zu haben“, so die 60-Jährige. Heute nimmt Prause keine Medikamente mehr und ist fast schmerzfrei.

Von Nadine Maaz

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Quelle: HNA

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