Überwältigende Hilfe für krebskranke Aysun

Auf der Suche nach einem Knochenmarkspender: Die erkrankte Aysun Blinzler, links, und Gülbahar Yesil empfingen die Besucher bei einer Typisierungsaktion in Bebra. Soldaten der Reserve hatten die Aktion organisiert. Links Wolfgang Schneider von den Reservisten.

Bebra. Aysun Blinzler, ihre vielen Freunde und Familienmitglieder wollen die Hoffnung nicht aufgeben. Die an Lymphdrüsenkrebs erkrankte Frau aus Großenlüder braucht einen passenden Stammzellenspender.

Bei einer Aktion am Sonntag in Bebra zeigten überwältigend viele, dass sie der vierfachen Mutter helfen möchten. 250 Personen ließen sich typisieren, viele weitere halfen dabei.

Soldaten der Reserve hatten die Veranstaltung organisiert. Dabei verknüpft Wolfgang Schneider vom Reservistenverband Kreisgruppe Osthessen besondere Hoffnung mit der Aktion in Bebra. Vor allem die türkisch-stämmigen Einwohner hatte er zur Typisierung aufgerufen. Denn Aysun Blinzler stammt aus der Türkei. Die Chance, einen passenden Spender zu finden, sei aufgrund der genetischen Verwandtschaft unter Angehörigen desselben Kulturkreises höher, erklärte der Rotenburger Chirurg Dr. Wolfgang Jaschke, der die Aktion als Arzt betreute.

Aysun Blinzler empfing die potentiellen Spender persönlich im Gebäude der Brüder-Grimm-Schule. Zwölf Helfer befassten sich mit der Aufnahme der Daten, dann ging es weiter zur Blutabnahme.

Den Reservisten war es gelungen, Vereinsmitglieder, Mitglieder der muslimischen Gemeinden in Bebra und Bad Hersfeld, Geschäftsleute und viele Einzelpersonen für die Hilfsaktion zu mobilisieren. Auch Meltem Dapgin ließ sich Blut abnehmen. „Vielleicht passt ja das Blut“, sagte sie.

Die Blutproben werden nun untersucht, die Daten landen in der deutschen Knochenmarkspenderdatei. Noch nach über zehn Jahren, so Dr. Jaschke, könne dann ein potentieller Spender im Falle des Falles von der DKMS angeschrieben werden - und so vielleicht ein Menschenleben retten.

Für Aysun Blinzler war es die fünfte Typisierungsaktion, an der sie persönlich teilgenommen hat, und vorerst die letzte, wie sie sagt. Denn die Ärzte können nicht warten, bis sich ein Spender findet. In naher Zukunft wird sie sich einer stationären Chemotherapie unterziehen müssen.

Die Reservisten sammelten auch Spenden. Denn jede Typisierung kostet etwa 50 Euro. Schneider rief deshalb dazu auf, weiter an die DKMS zu spenden. (zmy)

Quelle: HNA

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