In Obersuhl formiert sich Widerstand

Über 700 Schäden an 15 Häusern festgestellt - Kiesabbau mögliche Ursache

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Zahlreiche Risse sind auch an den Außenwänden vieler Gebäude entstanden.

Obersuhl/Untersuhl. In Obersuhl formiert sich massiver Widerstand gegen die Pläne der Wildecker Kieswerke, ihr Abbaugebiet in der Gemarkung Untersuhl in Richtung Obersuhl auszuweiten. Die Bürger halten einen Zusammenhang zwischen Schäden an ihren Häusern und dem Kiesabbau für sehr wahrscheinlich.

Innerhalb weniger Tage wurden über 700 Einzelschäden in und an 15 Wohnhäusern und Garagen mit Fotos auf einer CD dokumentiert und an die Gemeinde Wildeck übergeben. Und in dem Wohngebiet stehen noch weitere Häuser, deren Schäden noch nicht aufgenommen wurden. Die Risse und Senkungen sind in den vergangenen Jahren in den beiden Straßen in Obersuhl aufgetreten, die am dichtesten an dem Abbaugebiet liegen.

Nach den Erweiterungsplänen der Kieswerke würde das Abbaugebiet zwischen 30 und 70 Meter näher an die östliche Seite des Obersuhler Wohngebiets heranrücken. Das Wohngebiet wäre dann nur noch etwa 100 Meter entfernt. Zur Kläranlage der Gemeinde wäre der Abstand sogar nur noch 30 Meter.

Vertreter der Kieswerke hatten in einer ersten Stellungnahme betont, dass sie keinen Zusammenhang zwischen den Schäden und dem Abbau sehen. „Wir nehmen das aber sehr ernst und werden dem nachgehen“, versicherte Geschäftsführer Berndt Hühne. Das Unternehmen hat zugesagt, die Schäden in Augenschein zu nehmen. Bislang hat sich die Firma noch nicht bei den Betroffenen gemeldet.

Angeblich sollen die Kieswerke bereits damit angefangen haben, den Mutterboden über der Kiesschicht im Erweiterungsgebiet abzutragen.

Das Genemigungsverfahren für die beantragte Erweiterung ist noch am Anfang. Das Thüringer Landesverwaltungsamt muss jetzt entscheiden, ob es ein einfaches oder ein Verfahren mit erneuter Umweltverträglichkeitsprüfung gibt.

Von René Dupont 

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Quelle: HNA

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