Über 1100 Unterschriften für den Erhalt des Mischelswegs/Fernradweg R1

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Hof Mischels liegt direkt am Radweg R 1, der auch von vielen Einheimischen genutzt wird: von links Markus und Katrin Ritter mit Clamour, Bernd Leßmöllmann mit Ella und vorn Frederik Ritter.

Breitenbach. Über 1100 Menschen setzen sich per Unterschrift für den Erhalt des Mischelswegs ein. 24 Busse würden diese Menschen füllen, veranschaulicht Bernd Leßmöllmann aus Breitenbach, der die Idee zur Unterschriftensammlung hatte. Genau wie Familie Ritter vom Hof Mischel ist er überrascht über die Resonanz.

Viele Breitenbacher, aber auch Bebraer, Rotenburger und viele andere wollen, dass der „herrliche Rad- und Wanderweg an der Fulda der Allgemeinheit erhalten bleibt“. Sie alle bitten um eine schnellstmögliche Wiederherstellung.

Seit zehn Monaten ist der Weg links der Fulda zwischen Breitenbach und Rotenburg gesperrt, nachdem nach starken Regenfällen im vergangenen Jahr jede Menge Bäume am Steilhang umgestürzt und teilweise auf den Weg gefallen waren. Obwohl der Forst den Weg, der von Spaziergängern, Joggern, Radfahrern und von der Familie Ritter genutzt wird, schon vor Wochen freigeräumt hat, ist er bis heute gesperrt. Viele Breitenbacher bedauern das. Der Weg sei nicht nur als Fernradweg von Bedeutung, sondern auch für die Breitenbacher und die Menschen in der Umgebung, erklären Bernd Leßmöllmann und Bernd Ritter. Beliebt ist beispielsweise der Rundweg auf der einen Fuldaseite hin, auf der anderen zurück. Der Mischelsweg wird gerne benutzt, wenn Schatten erwünscht ist, auf der anderen Seite der Fulda lockt dann die Sonne. Für Ritter selbst, der Ackerbau betreibt und Schweine hält, laufen die Zulierung ebenso wie die Fahrten der siebenköpfigen Familie seit zehn Monaten über den Dickenrück.

Markus und Katrin Ritter erklären, dass der Weg früher direkt an der Fulda entlangführte. Jetzt liegt er höher und wird nicht mehr überflutet, aber es kommt seit Jahrhunderten immer wieder mal vor, dass ein Baum umstürzt. Das Risiko werde bleiben, sind sich die beiden und Leßmöllmann einig. Die Breitenbacher möchten den Weg ebenso wieder nutzen können wie die Familie Ritter, die zurzeit mit ihren fünf Kindern zwischen sechs und 15 Jahren den Weg über den Dickenrück über Lüdersdorf nach Breitenbach fahren muss.

Die Initiatoren möchten mit der Unterschriftensammlung deutlich machen, wie viele Menschen am Erhalt Interesse haben.

Der Mischelsweg stellt seit Jahrhunderten eine Verbindung zwischen Rotenburg über Breitenbach zum damaligen Stift Hersfeld dar.

Ursprünglich hieß er Michaelsweg, denn die Kirche in Breitenbach ist dem heiligen Michael geweiht. Das „a“ ist wohl durch einen Schreibfehler abhanden gekommen, aus Michelsweg wurde Mischelsweg, erläutert Markus Ritter, der den Hof Mischels in 4. Generation bewirtschaftet - seit 1890.

Der Weg lag früher direkt an der Fulda, wurde 1951 wegen häufiger Überflutung höher in die Böschung gelegt. An den Kosten beteiligte sich damals die Familie Ritter mit 17 500 Mark. Erst 1969 wurde der Weg asphaltiert, diesmal steuerten Ritters 19 000 Mark bei.

Von Gudrun Schankweiler-Ziermann 

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Quelle: HNA

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