Turn- und Sportverein Iba feiert sein 100-jähriges Bestehen mit Festkommers

Sie turnen seit 100 Jahren

Der Vorstand des Turn- und Sportvereins Iba im 100. Jahr seines Bestehens: Unser Bild zeigt von links: Christa Riemenschneider, Heinz König, Martin Riemenschneider, Hilde Götz, Willi Krapf, Bernd Riemenschneider, Kurt Wenderoth-Wegener, Hans Hohmann, Martin König, Daniela Holzhauer, Horst Faller, Jürgen Kehl, Sonja Berk, Matthias Hohmann, Karl Hohmann und Helmut Schmidt. Repro: Vöckel

Iba. Turnen in Iba hat eine lange Tradition. Schon vor der Gründung des Turnvereins übten sich Anhänger von Turnvater Jahn in der Leibeserziehung. Die Welle der Begeisterung für sportliche Bewegung schwappte über Fulda, Kassel und Rotenburg, wo bereits 1849 ein Turnverein gegründet wurde, auch nach Iba.

Die Dorfjugend legte 1851 unter großen körperlichen Mühen am Machtloser Weg durch Erdaufschüttung einen Turnplatz an. Diese Anlage ist den Ibaern besser als Turnschule bekannt.

Leiter der Aktion war der damalige Lehrer. Sein Name steht nicht in der Chronik. Die Turngeräte, dazu gehörten Reck und Barren, wurden von den Turnern selbst aus Holz gebaut.

Turn- und Festplatz

Der von Hainbuchen und Linden umgrenzte Platz diente jahrzehntelang der Schuljugend, den Turnern und anderen Ibaer Vereinen als Turn- und Festplatz. Ein größerer Turnplatz wurde 1893 auf der Pfarrwiese angelegt. Der Grund: Die alte Turnerschule war für den Turnbetrieb zu klein geworden.

Für die neue Anlage mussten 600 Fuhren Erdaushub mit Gespannen angefahren und ausgeschüttet werden. Trotz des großen Zuspruchs sollte es noch einmal 19 Jahre dauern, bis auch in Iba ein Turnverein entstand.

Angeregt durch die Vereinsgründungen in den Nachbardörfern (Lispenhausen 1908, Bosserode 1909, Ronshausen und Blankenheim 1910 sowie Nentershausen 1911) entstand am 19. Mai 1912 auch in Iba ein Turnverein. Die Gründer im Gasthaus Hohmeyer waren 24 Männer und 19 Zöglinge (Jugendliche). Vier weitere junge Männer traten dem Verein im gleichen Jahr noch bei. Der hatte 1914 bereits 64 Mitglieder.

Wunsch nach Turnhalle

Das friedliche Aufstreben wurde durch den Ersten Weltkrieg jäh unterbrochen. Nach dem Neubeginn 1919 mit 87 Mitgliedern kam der Wunsch auf, eine eigene Turnhalle zu bauen. Das Projekt wurde als Fachwerkbau von 1924 bis 1928 verwirklicht. Die Kosten: 28 000 Mark wurden zu einem Großteil über Schuldscheine der Mitglieder gedeckt. Die letzten Rückzahlungen und Ablösungen nahm der Verein 1939 vor.

Auch im Saal der Friedrichshütte wurde geturnt und es wurden Turnfeste veranstaltet. Herausragende Ereignisse in dieser Zeit: Vorturner Ernst Großkurth nahm als erster Ibaer an einem Deutschen Turnfest (1928 in Köln) teil. Georg Conrad wurde erster Ehrenvorsitzender des Verein 1935. Wie andere Organisationen wurden auch die Turnvereine 1933 von den braunen Machthabern „gleichgeschaltet“. ARTIKEL UNTEN

HINTERGRUND

Von Herbert Vöckel

Quelle: HNA

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