Zuwächse im Landkreis mit Wirtschaftslage nicht zu begründen

Trügerischer Trend trübt Insolvenzbilanz

Rolf Schwarz

Hersfeld-Rotenburg. 20 Prozent mehr Unternehmenspleiten und fast 40 Prozent Zuwachs bei den Verbraucherinsolvenzen, das ist, verglichen mit dem Vorjahr, die Bilanz für die ersten sechs Monate 2014 in der Insolvenzabteilung des Amtsgerichts Bad Hersfeld. Mit diesem Ergebnis liegt der Landkreis Hersfeld-Rotenburg im Widerspruch zum Bundestrend, der hier Rückgänge beziehungsweise stagnierende Zahlen verzeichnet.

Richter Dr. Rolf Schwarz, Leiter der Insolvenzabteilung, kann über die Hintergründe nur Vermutungen anstellen, denn weder durch die Arbeitslosigkeit noch durch die allgemeine wirtschaftliche Lage lassen sich die Steigerungen erklären.

Allerdings hilft ein genauer Blick auf die Zahlen weiter: So sind die Zunahmen bei den Unternehmensinsolvenzen alleine bei Firmen von selbstständigen Einzelpersonen zu verzeichnen, während die Zahl der Insolvenzanträge bei den Gesellschaften mit 14 exakt gleich geblieben ist. Größere Firmen seien im ersten Halbjahr 2014 ohnehin nicht von Zahlungsunfähigkeit betroffen gewesen, berichtete Schwarz.

Das Plus von 38 Prozent bei den Verbraucherinsolvenzen – hier gingen beim Gericht 119 neue Anträge ein – könnte zumindest zum Teil mit der Arbeitsweise der Schuldnerberatung zu erklären sein: Wenn dort eine größere Zahl von Anträgen auf einmal vorbereitet wird, dann bekommen auch Richter Schwarz und seine Kollegen entsprechend mehr zu tun.

Im Amtsgericht Bad Hersfeld sind drei Richter, zwei Rechtspflegerinnen und vier Mitarbeiter in der Geschäftsstelle für Insolvenzen zuständig. Jahr für Jahr bearbeiten sie knapp 1400 Verfahren. hintergrund/zum Tage

Von Karl Schönholtz

Quelle: HNA

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