Ärger über GEZ-Nachfolger

Trotz Befreiung: Hartz-IV-Empfänger soll Rundfunkgebühren nachzahlen

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Der Rotenburger Marco S. fühlt sich ungerecht behandelt: Laut Auskunft des Beitragsservice ist er einen Monat im Verzug mit den Rundfunkgebühren.

Rotenburg. Weil er arbeitslos ist, muss Marco S. keine Rundfunkbeiträge mehr zahlen. Die Befreiung gilt seit September. Trotzdem will der GEZ-Nachfolger "Beitragsservice" noch Geld von dem Hartz-IV-Empfänger aus Rotenburg. Er soll angeblich alte Gebühren schuldig sein.

Der 28-jährige Marco S. aus Rotenburg ärgert sich über Post vom GEZ-Nachfolger "Beitragsservice". Eine "dreiste Abzocke" nennt er das Vorgehen des "Beitragsservice".

Der Hartz-IV-Empfänger ist zwar von Rundfunkbeiträgen befreit, angeblich soll er trotz eines Dauerauftrags noch alte Gebühren schuldig sein. Da er in diesem Jahr seine Arbeitsstelle verlor, hatte Marco S. Anfang Oktober die Befreiung beantragt. Diesem Antrag wurde stattgegeben - vom 1. Oktober 2013 bis 31. März 2014 muss Marco S. keine Gebühren zahlen.

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Er kündigte seinen Dauerauftrag zur Überweisung des Beitrags Ende Oktober - da war der Betrag von 17,98 Euro für diesen Monat aber bereits bezahlt. Doch statt ihm dieses Geld zurückzuerstatten, schickte der Beitragsservice ihm eine Zahlungsaufforderung über 17,98 Euro - für den Monat September. Das Geld für diesen Monat sei nicht eingegangen, heißt es im Schreiben des Beitragsservice - obwohl der Betrag wie üblich per Dauerauftrag vom Konto abgebucht wurde, weist Marco S. anhand seiner Kontoauszüge nach.

Marco S. ärgert sich, denn für ihn als Hartz IV-Empfänger sind knapp 18 Euro ein hoher Betrag. Er habe sein Geld für den Monat Oktober nun per E-Mail beim Beitragsservice zurückgefordert und warte auf Antwort.

In einer Stellungnahme des Beitragsservice zum Fall Marco S. heißt es, er sei seit November 2009 als Beitragszahler gemeldet. Die Beiträge habe er stets monatlich gezahlt, er sei jedoch stets einen Monat im Verzug gewesen. "Gezahlt ist bis einschließlich August 2013. Ab Oktober 2013 bis März 2014 ist er befreit", sagt Christine Strathmann von der Abteilung Beitragsservice des Hessischen Rundfunks. Der Zeitraum entspreche genau dem eingereichten Arbeitslosengeld-Bescheid. Offen stehe nun noch der Beitrag für September.

Marco S. sagt, er könne diese Argumentation nicht nachvollziehen. Er habe zwar 2009 erstmals von der GEZ eine Rechnung erhalten - allerdings ohne dass diese zuvor prüfte, ob oder wie viele Radio- oder Fernsehgeräte er besitze. Damals galt noch die alte Regelung, bei der man pro Gerät zahlen musste.

Vor zwei Jahren hatte Marco S. eine Schuldnerberatung der AWO in Bad Hersfeld in Anspruch genommen. Danach habe er alle Schulden, die er zu diesem Zeitpunkt noch bei der GEZ hatte, getilgt, und danach sofort den Dauerauftrag eingerichtet.

Von der GEZ zum Beitragsservice:

Der neue Rundfunkbeitrag Seit Anfang dieses Jahres hat der Beitragsservice von ARD, ZDF und Deutschlandradio die bisherige Gebühreneinzugszentrale (GEZ) abgelöst. Es gibt eine Zentrale in Köln, Post erhalten die Gebührenzahler aber von einer regionalen Servicestelle bei ihrer zuständigen Landesrundfunkanstalt, im Fall von Marco S. also dem Hessischen Rundfunk. Geändert hat sich aber nicht nur der Name, auch die Grundlage der Erhebung ist neu. Die Höhe der früheren Rundfunkgebühr richtete sich danach, welche und wie viele Rundfunkempfänger eine Person im Einsatz hat. Der neue Rundfunkbeitrag hingegen sieht einen festen Betrag pro Haushalt vor. unabhängig davon, ob ein Radio- oder Fernsehgerät vorhanden ist. Nachdem es in der Vergangenheit viel Kritik an der Gebühr und den Methoden der GEZ gegeben hatte, soll diese neue Regelung auch Klarheit schaffen, wer was zu zahlen hat. (mah/mcj)

Quelle: HNA

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