Spielplatz Hinter dem Finanzamt kann noch nicht wieder genutzt werden

Tristesse in hohem Gras

Hohe Wiese hinterm Jägerzaun: Bevor der Spielplatz Hinter dem Finanzamt wieder genutzt werden kann, müssen noch Verträge unterschrieben werden.

Rotenburg. Hohes Gras wuchert hinterm Jägerzaun, ein handgemachter Zettel mit der Aufschrift „Spielplatz gesperrt“ flattert, nur notdürftig festgeklebt, auf dem Schild „Betreten der Anlage mit Hunden verboten“. Da, wo einst der Kinderspielplatz Hinter dem Finanzamt in Rotenburg war und wieder sein soll, herrscht seit Monaten Tristesse.

„Wir warten auf den Vertrag, den wir mit dem Grundstückskäufer abschließen wollen“, sagt Behcet Iscioglu, Vorstandsmitglied des Vereins Kinderförderfonds für Chancengleicheit. Der neue, abschließende Vertrag werde gerade ausgearbeitet, anschließend sollen die Mitglieder darüber abstimmen.

Der Verein hatte sich bereit erklärt, den im Herbst vergangenen Jahres abgebauten Kinderspielplatz gemeinsam mit Eltern wieder herzurichten und in Eigenregie zu betreuen und zu pflegen. Ein Rotenburger Bürger will das Grundstück kaufen mit der Absicht, den Platz für Kinder zu erhalten. Dem Vernehmen nach müssen Betreuung und Pflege noch zwischen Käufer und Kinderförderfonds im Detail festgelegt werden.

Es ging hoch her in der Stadt, als schon kurz nach einem Beschluss der Stadtverordnetenversammlung im vergangenen Herbst die Spielplätze an der Ludwigstraße und an der Straße Hinter dem Finanzamt vom Bauhof der Stadt abgeräumt worden waren. Aus Kostengründen sollte die Anzahl der Spielplätze reduziert, die übrigen Plätze dafür qualitativ aufgewertet werden. Die Aktion sorgte für einen Aufschrei, Eltern wurden aktiv und der Verein Kinderförderung schaltete sich ein.

Nach mehreren Zusammenkünften und Verhandlungen aller Beteiligten kündigten schließlich zwei Rotenburger Bürger an, die Grundstücke zu kaufen und für Kinder zur Verfügung zu stellen. Ein glückliches Ende war in Sicht. Seither ist allerdings am Platz Hinter dem Finanzamt nichts Sichtbares passiert.

Auf dem Platz an der Ludwigstraße dagegen bolzen die Kinder schon lange wieder, obwohl auch hier der Verkaufsvertrag vom Käufer noch nicht unterschrieben wurde, wie Bürgermeister Christian Grunwald erklärte. In diesem Fall sei es nur eine Formsache. Seitens der Stadt seien alle Verträge fertig ausgearbeitet. „Wir haben unsere Hausaufgaben gemacht“, sagt Grunwald. (sis)

Quelle: HNA

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