So trinkt man Whisky: Vier Schritte zum Genuss

Rotenburg. Whisky zu trinken ist eine Kunst: Sie fordert die Sinne, verlangt Hingabe und Selbstvertrauen bei der Beurteilung des Whiskys und seiner Aromen. Das lernten die Gäste eines irischen Abends mit Verköstigung mehrerer Whiskys (oder irisch: Whiskeys) im Café Moritz.

Dirk Peters ist Medizintechniker, Whisky-Liebhaber seit Jugendtagen und Freund von Moritz-Inhaber Lars Weißflog. Beim irischen Abend wies der 50-Jährige den Gästen den Weg zum Genuss in mehreren Schritten:

1. Auf das Einschenken folgt die Betrachtung des Whiskys im Glas. Der Whisky hinterlässt beim Schwenken des Glases Schlieren, die auf sogenannte Fuselöle schließen lassen. Sie sind wichtige Geschmacksträger.

Gab Erläuterungen: Whisky-Instructor Dirk Peters betrachtet die Schlieren, die Fuselöle beim Schwenken des Glases hinterlassen.

2. „Nosing“ heißt der zweite Schritt, das Riechen. Dafür sollte man sich Zeit lassen. Mit einem Nasenloch riecht der Mensch besser, dieses gilt es dann zu nutzen beim Erkunden des Getränks mit der Nase. Man nimmt einen kurzen und tiefen Zug, nicht zu lang, da der Alkohol den Geruchssinn betäubt. Es geht darum, die Aromen zu erkennen.

3. Wenn man der Nase etwas gegönnt hat, wird es Zeit, den Whisky in den Mund zu nehmen und einen kleinen Schluck im Mund zu lassen. Im Gegensatz zu anderen Spirituosen wird ein Whisky nicht einfach gekippt, erklärt Peters. Das Mischen mit dem Speichel führt dazu, dass sich die Aromen im Mund entfalten. Ein tiefer Atemzug hilft, weitere Aromen zu erschließen. Es gilt die Regel: Die Anzahl der Jahre, in denen ein Whisky gereift ist, entspricht der Anzahl der Sekunden, die er im Mund verbleiben sollte.

Betrachten, riechen, trinken: Die Teilnehmer der irischen Nacht im Rotenburger Café Moritz wie Peter Metzler (von rechts) und Markus Banthorpe näherten sich schrittweise dem Whiskey.

4. Nun kann man ans Trinken denken. Wenn der Whisky im Magen angekommen ist, stellt sich die Frage: Was bleibt über im Gaumen, welche Aromen bilden sich noch, nachdem man den Whisky geschluckt hat?

Der Zugang zum Whisky, verriet Peters, ist sehr persönlich, sodass Beurteilungen von Fachmagazinen nicht unbedingt hilfreich sind. Whisky muss schmecken, „was die anderen sagen, ist egal“.

Von Achim Meyer

Quelle: HNA

Rubriklistenbild: © Fotos: Achim Meyer

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