Bodo Bach begeisterte in Bebra mit Anekdoten und Anzüglichkeiten

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Wir müssen mehr Fett verbrennen, Schatz. Schmeiß schon mal den Grill an: Bodo Bach hielt in Bebra für jede Lebenslage den passenden Rat bereit.

Bebra. Bodo Bach, der Komiker aus Offenbach, kam ins Festzelt auf den Mehrzweckplatz nach Bebra, sah sein Publikum und war zufrieden: Die Bewerschen gingen nicht zum Lachen in den Keller, sondern lachten laut und vergnügt über die heiteren Anzüglichkeiten aus dem Bachschen Leben.

Wenn man über fünfzig ist, dann hat man zwar vielleicht Heestersche Halbzeit erreicht, aber aus dieser Perspektive lässt sich das bereits vergangene Leben doch mit einer gewissen Gelassenheit betrachten und mit einem Augenzwinkern fragen: „Und? Wie war ich?“.

Den wahren Mann von Welt haut nichts aus den Socken, egal ob er sich über seinen Sohnemann Rüdiger mokiert, oder über die Anwandlungen seiner Frau, das gemeinsame Heim renovieren zu wollen.

Bodo Bach sammelt seine Komik aus Alltäglichkeiten, die er einfach nur scharfsinnig beobachtet und hintersinnig kommentiert, so dass vordergründig richtige Schenkelklopfer daraus werden.

Wie der liebe Gott

Für Sohn Rüdiger sei der Vormittag wie der liebe Gott: „Er glaubt, dass es ihn gibt - aber gesehen hat er ihn noch nie“. Die autobiografischen Anekdoten, die Bodo zum Besten gab, ließen erkennen, dass Reife nicht immer die Vorstufe zur Fäule ist. Er beschreibt die kleinen und großen Freuden des Alltagslebens genauso wie er die Peinlichkeiten nicht verschweigt.

Seine Frau Gerda, die mit Hilfe allerlei Heilfasten, Trennkost und Fitness Bodos Körper wieder in Form bringen will, bekommt ihr Fett dabei weg, obwohl Bodo sich ganz eindeutig zu seiner ihm seit 25 Jahren angetrauten Holden bekannte und dafür spontanen Applaus aus Bebra kassierte: „Liebe, Treue und Zweitfernseher“ sei die sichere Basis für eine langjährige Ehe, konstatierte Bach.

Der Offenbacher hat die Bodenhaftung nicht verloren: „Wenn der liebe Gott gewollt hätte, dass ich mit die Finger an die Füß komm’, hätt’ er sie mir an die Kniescheibe ge- tackert!“. Er erklärte, warum mehr Männer als Traumberuf Pornostar angeben als Frauenarzt: „Wir wollen den Porsche eben fahren und nicht reparieren.“

Bedrohliches Alter

Allerdings klang die Bedrohlichkeit des Alters immer wieder durch die lockerflockig leichten Plaudereien der hessischen Ulknudel: „Wenn einem Vierzigjährigen das Bein wehtut, dann hat er es vorher benutzt. Mir tut’s weh, nur weil ich’s habe!“

Das Publikum aus Bebra forderte, ganz zu Bodos Zufriedenheit, lautstark Zugabe und bekam sie auch. So war der Abend für die gut 300 Zuschauer kurzweilig und trotz des verlorenen Halbfinales am Vortag durchaus vergnüglich.

Von Sylvia Hubele

Quelle: HNA

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