Träume eines Suchenden

Shiregreen und Band stellten das neue Album im Rotenburger Rathaus vor

Stets mit Gitarre: Shiregreen alias Klaus Adamaschek, links, und Sohn Paul bei der Vorstellung von „The Stories I could tell“. Fotos: Meyer

Rotenburg. Der Song fließt wie ein Bach, die Musiker lächeln, die Chemie stimmt. Der Braacher Musiker Shiregreen alias Klaus Adamschek hat sein neues Album mit seiner Band bei einem zauberhaften Konzert am Freitag im Sitzungssaal des Rotenburger Rathauses vorgestellt.

Bevor die Band den lässig-leichten Titelsong „The stories I could tell“ zum Besten gibt, hat Adamaschek mit Gitarre ganz allein die Bühne betreten. Indem er die Musiker nach und nach, Song für Song, auf die Bühne holt, veranschaulicht er seinen Weg vom einsamen Liedermacher, der im Wohnzimmer an Melodien tüftelt, zum Routinier, der Songs mit vielen Musikern arrangiert, der viel gereist und viel aufgetreten ist.

Dem Publikum gefallen die schnellen und lebendigen Stücke, denen Tom Ericsen an der E-Gitarre Schwung, Sascha Schmitt am Akkordeon mal Sehnsucht, mal Dramatik verleiht. Frank Schäfer spielt Schlagzeug, Adamascheks Sohn Paul ist wieder am Bass dabei und singt. Lukas Bergmann, der auf dem Album Geige spielt, fehlt beim Konzert.

Shiregreens Themen bleiben die selben: die Träume, die Schatten, die Wegscheiden im Leben, Traurigkeit, Trost, und nochmal die Träume. Da ist die romantische Geschichte von der Reise nach Norwegen auf der Suche nach der Mitternachtssonne. Adamaschek hat sie erlebt. Der schönste Song des Abends ist ein Überbleibsel von Adamscheks Reise durch die USA im Jahr 2011, das auf dem zugehörigen Album „Trails“ keinen Platz gefunden hat. Das Liebeslied „All about you“, angefeuert von Ericsens wieder mal ganz lässiger Gitarre, zaubert jedem im Saal ein Lächeln ins Gesicht. Im zweiten Teil des Konzerts spielt die Band alte Shiregreen-Songs, die schon zu Klassikern geworden sind, wie „Reaching the Shore“.

In seinen Moderationen greift Klaus Adamaschek Liedermacher-Klischees auf, als wären ihm die viele Schwärmerei und Wehmut peinlich. Aber die wunderschönen Songs lassen keinen Zweifel, dass Adamaschek es ernst meint.

Von Achim Meyer

Quelle: HNA

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