Regionalplanung ist gefordert

Nabu Solz fordert Masterplan für Windkraftanlagen

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Die Windmühlen von Solz waren Ende der 1990er-Jahre ein großer Aufreger: Die heute geplanten Anlagen sollen doppelt so hoch werden. Die Solzer Windräder sind derzeit noch die einzigen im Raum Bebra/Rotenburg. Die Anlagen bei Sontra-Berneburg befinden sich allerdings in direkter Nachbarschaft zu Cornberg und Nentershausen.

Solz. Gefahr für den Lebensraum von Mensch und Natur sieht der Naturschutzbund (Nabu) Solz in den Planungen von Windkraftanlagen, die in fast allen Gemeinden in Waldhessen zurzeit laufen. Der Nabu spricht von einer Totalverspargelung.

Dies werde aus den jüngsten Plänen von Heringen und Wildeck im Seulingswald erneut deutlich.

Sichtachsen und Landschaften und damit Wohlfühlräume von einzigartiger Schönheit und Eigenart stünden zur Disposition, kritisiert Karl Heinz Schmerfeld für den Nabu Solz.

Das Herz- und Kreislaufzentrum Rotenburg samt Göbel´s Hotel, aber auch auch die Dörfer in den Fuldaseitentälern könnten mit 200 Meter hohen und nachts beleuchteten Windkraftanlagen reihum regelrecht eingemauert werden. Die meisten Ziele der Regionalplanung und eine nachhaltige Wirtschaftsentwicklung wären bei Umsetzung der Planungen ad absurdum geführt, warnt der Nabu.

Er fragt, ob der Erhalt der Lebensräume seit Fukushima nichts mehr wert sei und spricht von hektischen Planungen überall im Kreisgebiet.

1000 Meter Abstand zu Ortschaften und nur 500 Meter zu Einzelhöfen in Verbindung mit einer bestimmten Windhöffigkeit seien nicht ausreichend als Voraussetzung für die Planung von Standorten. Jede Anlage sei durch die Größen bereits „raumbedeutsam“.

Windkraft sei eine Herausforderung für eine solide Raumplanung und eine angepasste Landschaftsplanung. Leider wage sich im Moment kaum jemand, eine nachhaltige Betrachtungsweise zu fordern. Es fehle ein Masterplan. Ziel müsse sein, wenige wirklich geeignete und naturverträgliche, technisch vorbelastete und verkraftbare Standorte ohne prägende Eigenschaften zu Lasten der übrigen Ziele der Raumplanung festzulegen.

Auch die Forstämter seien in der Zwickmühle. „Für jeden Standort locken mehr als 30.000 Euro pro Anlage und Jahr Pachteinnahmen“, erklärt der Nabu. Bei Standorten im Wald müsse jeweils ein Plateau von 5000 Quadratmetern geschoben und befestigt, tragfähige Zufahrten gebaut und die natürliche Umgebung damit schwer geschädigt werden.

Leider ließen es der Landkreis und Landrat Dr. Schmidt einfach laufen, kritisiert der Nabu. Viele Standorte hieße viele Landeigentümer, die verdienen und zusätzlich erhebliche Einnahmen für die planenden Büros. Und die Kommunen erwarteten nach etlichen Jahren Steuereinnahmen.

Der hessische Energiegipfel riet laut Nabu zu interkommunalem Handeln, heißt es weiter. Staatssekretär Weinmeister habe bereits vor etlichen Monaten auf die Verantwortung der nordhessischen Regionalplanung verwiesen. „Gleichzeitig unterließ es die Landesregierung allerdings bis dato, die fertige Karte der Raumwiderstände herauszugeben, aus der Ausschlussgebiete für Planungen hervorgehen könnten.“ Jetzt seien unsere Vertreter in der Regionalplanung gefordert, so der Nabu. (ank)

Quelle: HNA

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