Tödliche Messerstiche in Bad Hersfeld: Staatsanwalt fordert neun Jahre Haft

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Der Angeklagte Rafael P. auf dem Weg zum Haftrichter (Archivbild).

Fulda/Bad Hersfeld. Mit 50 Messerstichen soll ein Mann aus Bad Hersfeld Mitte Dezember 2011 seine Lebensgefährtin  getötet haben. Vor dem Landgericht Fulda forderte der Staatsanwalt nun neun Jahre Haft wegen Totschlags für den 37-Jährigen.

Die Frau hätte sich ihre Verletzungen nicht selber zufügen können, sagte er. Die Darstellung des Angeklagten, beide hätten gemeinsam aus dem Leben scheiden wollen, sei extrem abwegig. 13 tiefe Messerstiche in die Brust aus verschiedenen Richtungen - das sei laut Gutachter unmöglich, so der Staatsanwalt. Vielmehr müsse ein brutaler Kampf stattgefunden haben. Die Schnitte an den Unterarmen der Frau und das zerrissene T-Shirt seien Abwehrzeichen.

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Der Verteidiger blieb bei der Version seines Mandanten, die Frau sei bereits tot gewesen, als dieser auf sie einstach. Sein Mandant sei heroinabhängig, alkoholkrank und spielsüchtig - er habe im Affekt zugestochen und sei zur Tatzeit vermindert schuldfähig gewesen. Der Anwalt beantragte die dauerhafte Unterbringung des Mannes in der Psychiatrie. Das Urteil soll am Donnerstag gesprochen werden. Zuerst war der Mann wegen Mordes aus Heimtücke angeklagt, aber nun wertet der Staatsanwalt die Tat als Totschlag.

Der Anwalt plädierte auf Freispruch, allenfalls auf Totschlag in minder schwerem Fall. (dpa)

Quelle: HNA

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