Die Cornberger Chronik wird von einem Arbeitskreis zusammengestellt

Tief in der Geschichte

Sie erforschen die Cornberger Geschichte für eine Ortschronik: von links Alt-Bürgermeister Heinz Moch, Ulla Kuhnsch, Helmut Reker, Renate Funk, Beatrix Griese, Renate Simon, Bürgermeister Achim Großkurth und Willi Simon. Zum Arbeitskreis gehören weitere Mitglieder, die am jüngsten Treffen allerdings nicht teilnehmen konnten. Foto: Schäfer-Marg

Cornberg. Cornberg kann 2015 75-jähriges Bestehen feiern. Ein kleines Dorf mit einer vermeintlich kurzen Geschichte. Doch das Cornberg von heute ist geprägt von Jahrtausenden. Der Arbeitskreis Ortschronik erforscht seit gut einem Jahr die Vergangenheit.

Der berühmte Cornberger Sandstein, der Kupferschieferbergbau, der letztlich zur Siedlung Cornberg führte, die Klöster, das UNRA-Lager der Vereinten Nationen, zu dem der ganze Ort von 1945 bis 1949 umfunktioniert war und in dem ehemalige Zwangsarbeiter untergebracht waren – alle diese Stichworte stehen für eine ungewöhnliche, besonders wechselvolle Geschichte des kleinen Ortes an der Bundesstraße 27. So viele Stichworte, dass noch viel Arbeit vor den 15 Frauen und Männern liegt.

Zuschuss vom Land

Der Arbeitskreis wird getragen von Mitgliedern des Heimat- und Verkehrsvereins und der Gemeinde, erklärte Bürgermeister Achim Großkurth. Die Chronik wird im Zuge der Dorferneuerung erarbeitet, deshalb gibt es auch einen finanziellen Zuschuss vom Land. Ziel ist, das umfangreiche Werk – die Macher rechnen mit bis zu 500 Seiten – bis zum Dorfjubiläum fertigzuhaben. „Da müssen wir noch ein paar Kohlen aufschippen“, sagt Mitarbeiter Helmut Reker.

Zeitzeugen wurden angeschrieben und um Texte gebeten, an einer Universität wird derzeit das Lagertagebuch eines ukrainischen Zwangsarbeiters übersetzt, der in Cornberg untergebracht war, Vereine sollen Geschichte und Geschichten zuliefern. Außerdem sind Hunderte von Fotos zu sichten und für die Chronik auszuwählen. Auch das ist nicht einfach, weil sich viele der Dokumente nicht problemlos zuordnen lassen. Der Arbeitskreis muss allerdings nicht bei null anfangen: Alt-Bürgermeister Heinz Moch erforscht seit Jahren die Geschichte seiner Heimat. So kann der Arbeitskreis auf seine Ergebnisse und Veröffentlichungen zurückgreifen.

Die große Kunst des Arbeitskreises wird es sein, aus der Fülle der Informationen keine trockene wissenschaftliche Arbeit zu machen, sondern eine unterhaltsame und informative Schrift zu gestalten, die nachfolgenden Generationen zeigt, „was das Leben hier in Cornberg ausgemacht hat“, sagt Renate Simon, die auch Vorsitzende des Heimat- und Verkehrsvereins ist. „Und das war kein Leben in Luxus.“

Von Silke Schäfer-Marg

Quelle: HNA

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