Kosten der Kanalsanierung

Wasserpreise in Wildeck steigen stark

Wildeck. Wegen der hohen Kosten für die Sanierung der Kanäle werden die Gebühren für Wasser und Abwasser in der Gemeinde Wildeck ab 1.1.2014 erheblich steigen. Das steht fest. Ob aber das System der Abrechnung bleibt wie es ist und wie hoch die Gebührenanhebung genau ausfallen wird, ist noch unklar.

Der Gemeindevorstand hat in der jüngsten Sitzung der Wildecker Gemeindevertretung einen Beschlussvorschlag präsentiert, der aber – wie sich nach längerer Diskussion herausstellte – keine Mehrheit gefunden hätte. Deshalb zog der Gemeindevorstand den Beschlussvorschlag zurück. Bis zur nächsten Sitzung am 26. September soll ein neuer Vorschlag auf dem Tisch liegen, betonte der Erste Beigeordnete Steffen Sauer (FWG).

Werden Kanäle erneuert, wird das in der Gemeinde Wildeck über die Wasser- und Abwassergebühren abgerechnet. Das heißt, es werden alle Bürger der Gemeinde an den Sanierungskosten für das Netz beteiligt – entsprechend ihrem Wasserverbrauch und ihrem Abwasseranfall. Bezahlt werden davon die neu gelegten Leitungen für Wasser und Abwasser und die Straßenflächen über den Rohren. Bei Modellen in anderen Kommunen werden die Anlieger bei der Sanierung von Kanälen mit zum Teil sehr hohen Einmal-Beiträgen belastet.

Der Beschlussvorschlag des Gemeindevorstands für die jüngste Parlamentssitzung sah keine Änderung des Abrechnungssystems vor. Ziel der Erhöhung der Wasser- und Abwassergebühren war, die Verluste aus den vergangenen Jahren zu decken und künftige Investitionen finanzieren zu können, ohne neue Schulden zu machen, betonte Sauer. Die Kostendeckung sei gesetzlich vorgeschrieben.

Der Vorschlag sah vor, die Gebühren für Wasser um 13 Prozent anzuheben auf 3,58 Euro pro Kubikmeter. Bei einem durchschnittlichen Verbrauch würde das pro Person etwa 15 Euro pro Jahr mehr kosten. Die Abwassergebühren sollten um 21 Prozent auf 7,40 Euro pro Kubikmeter steigen. Pro Person würde das Mehrkosten von etwa 47 Euro pro Jahr bedeuten.

Außer diesen Gebühren fallen für die Grundstückseigentümer im Zusammenhang mit der Kanalsanierung keine weiteren Beiträge oder Zahlungen, zum Beispiel für die Erneuerung eines Hausanschlusses, an. Gerade bei den laufenden Investitionen würde dies zum Teil zu enormen Zahlungen führen.

Für Teile der Straßensanierung müssen die Anlieger allerdings Einmal-Beiträge zahlen. Das regelt die Straßenbeitragssatzung. (dup)

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Quelle: HNA

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