Rotenburger Stadtwerke müssen auch im nächsten Jahr viel Geld investieren

Teure Kanal-Sanierung

Rotenburg. Die Sanierung des Wasserleitungsnetzes scheint sich für die Stadtwerke Rotenburg auszuzahlen: Der Stromverbrauch und die Kosten dafür sind nach Angaben von Bürgermeister Christian Grunwald trotz höherer Preise verringert worden.

Grunwald hatte den Stadtverordneten in deren jüngster Sitzung den Wirtschaftsplan der Stadtwerke vorgestellt.

Wäre das Netz nicht ständig saniert worden, lägen die Stromkosten der Stadtwerke bei etwa 183.000 Euro. Jetzt liegen sie bei 144.000 Euro. „Schadhafte Leitungen erhöhen unseren Wasserverlust. Dadurch wird eine höhere Wasserförderung nötig, um das Frischwasser zum Verbraucher zu bringen. Das lässt die Pumpstromkosten ansteigen.“

Die Stadtwerke sind inzwischen ohnehin auf dem Weg, sich von Stromanbietern unabhängig zu machen. In diesem Jahr waren fünf Solarsegel in Betrieb genommen worden, weitere drei Segel sollen bis zum Jahresende am Hochbehälter Silberberg aufgestellt werden. Hinzu gekommen sind Photovoltaikanlagen auf dem Dach des Verwaltungsgebäudes und des Flachbrunnens Junkerswiesen. Der erzeugte Strom wird laut Grunwald zum größten Teil vor Ort verbraucht. Auch für nächstes Jahr sind drei weitere Sonnensegel im Bereich Silberberg geplant. Die Kosten dafür liegen bei 200.000 Euro.

Sehr viel teurer sind weitere geplante Sanierungen: 400.000 Euro soll die Sanierung der Wasserkammern am Hochbehälter Eselspfad kosten. Die Kanäle An der Hohle, Am Alten Feld, Kasseler Straße und Friedenstraße sollen ebenfalls saniert werden, dafür wurden 1,25 Millionen Euro veranschlagt. Weitere Leitungen sind ebenfalls reparaturbedürftig. Insgesamt werden für die Kosten Darlehn von 2,5 Millionen Euro aufgenommen. Im Gegenzug werden fast 700.000 Euro anderer Darlehn getilgt, so dass man die Stadtwerken eine Nettoneuverschuldung von 1,8 Millionen Euro haben werden. Zu den meisten Investitionen sei die Stadt gesetzlich verpflichtet, sagte der Bürgermeister.

Er widmete dem demografischen Wandel noch einen kurzen Redeausflug: Die Zahl der Einwohner und Gebührenzahler sinke, doch die Kosten für die Wasserversorgung stiegen an und müssten auf weniger Zahler umgelegt werden - keine erfreuliche Perspektive.

Und schließlich: Die Stadtwerke haben Nachwuchsprobleme: Sie wollen weiterhin Fachkräfte für Wasserversorgungstechnik und für Abwassertechnik ausbilden. Doch gebe es kaum Bewerber für diese „extrem spannenden“ Berufe.

Von Silke Schäfer-Marg

Quelle: HNA

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