Uraufführung der ökumenischen Laienspielgruppe am Sonntag in Baumbach

Den Teufel genau im Visier

Fliegt das Tintenfass? – In diesem Stück jedenfalls nicht: Im Werk des Heiligenstädters Johann Freitag blieb die Wand sauber. Foto: Hubele

BAUMBACH. Seit Ostern haben die Darsteller der ökumenischen Laienspielgruppe gelernt, geübt und unter der Regie von Theresia Löffler geprobt – bis am Sonntag die Uraufführung des Theaterstückes in Baumbach stattfand. Und es war eine echte Uraufführung, denn das Werk „Und wenn die Welt voll Teufel wär’“ aus der Feder des Heiligenstädters Johann Freitag wurde in Baumbach zum allerersten Mal gezeigt.

Drei Tage im Leben des Martin Luther, der sich auf der Wartburg befand, weil über ihn nach dem Reichstag zu Worms die Reichsacht verhängt worden war: Jeder, der ihn aufgreift, konnte das Urteil entweder selbst vollstrecken oder ihn der richtenden Obrigkeit ausliefern.

Wie ging es dem Reformator, als er so gegen seinen Willen in der Sicherheit der Wartburg saß und mit dem Teufel rang? Der erste Tag hieß denn auch: Im Reich der Vögel, denn Luther war vogelfrei.

Die allegorische Frau Freiheit besucht ihn und ermahnt, dass man Freiheit nicht töten, sondern nur verraten könne. Und Freiheit sei es auch, wenn der Glaube und das Wort in der Muttersprache verkündet werde.

Im Bann der Freiheit spricht Luther am zweiten Tag mit der Mutter Kirche, übersetzt in nur elf Wochen das neue Testament in die deutsche Sprache, ganz eigenmächtig, ohne das Lehramt der Kirche vorher zu fragen. Denn dem Häftling rate man ja auch nicht, sich beim Wärter nach dem Weg in die Freiheit zu erkundigen.

Der dritte Tag bringt den Aufbruch nach Wittenberg, denn die Lehre Luthers zieht Kreise, es kommt zum Bildersturm. Ob er wirklich das Tintenfass nach dem Teufel warf, oder wie in diesem Stück, darauf verzichtete, damit dieser kein Denkmal bekam?

Weil das Stück so dicht und nachdenklich war, gab es keine Pause, und die Zuschauer wurden ebenfalls gebeten, erst nach dem Ende zu applaudieren. Gespannt lauschten alle der wortgewaltigen Sprache des Reformators, gespielt von Sonja Riemenschneider, und dessen Auseinandersetzungen mit dem Teufel, hier Jann Glitter genannt, gespielt von Hans Schick.

Am Sonntag, 11. November, wird das Stück in der Rotenburger Martin-Luther-Kirche ab 18 Uhr aufgeführt, ebenso am Sonntag, 25. November, im evangelischen Gemeindehaus im Heilbad Heiligenstadt ab 18 Uhr und am Samstag, 8. Dezember, ab 17 Uhr in der Kirche in Braach. (zzh)

Quelle: HNA

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