Mit dem Teleskop nah dran an der Sonnenfinsternis

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Seltener Schnappschuss: Bei einer Sonnenfinsternis können durchs Teleskop auch Protuberanzen, also Massenauswürfe der Sonne, beobachtet werden.

Ludwigsau. Wenn sich heute Vormittag über Mitteleuropa der Mond vor die Sonne schiebt, schaut Kurt Tiede aus Ludwigsau-Tann ganz genau hin.

Wie viele andere Hobby-Astronomen wird auch der 73-Jährige die erste partielle Sonnenfinsternis seit zwölf Jahren gespannt durch sein Teleskop beobachten.

„So ein Ereignis kommt bei uns nur alle paar Jahre vor“, sagt Kurt Tiede, der sich seit seiner Jugend für Himmelskörper interessiert. Auf das kosmische Schattenspiel, das rund zwei Stunden andauern wird, hat er sich schon vor Tagen vorbereitet: Die Teil-Finsternis beginnt über dem Landkreis Hersfeld-Rotenburg um 9.34 Uhr und dauert bis 11.50 Uhr. „Ihren Höhepunkt erreicht sie bei uns gegen 10.42 Uhr,“ sagt er. Dann wird der Mond etwa 75 Prozent der Sonnenscheibe verdecken.

Um 9.34 Uhr geht’s los: Wie viele Hobby-Astronomen wird auch der 73-jährige Kurt Tiede aus Ludwigsau-Tann heute Vormittag die partielle Sonnenfinsternis über dem Landkreis beobachten. Foto: Schaffner

Um einerseits gefahrlos möglichst viele Details wie Sonnenflecken und das Mondprofil sehen zu können, und dabei andererseits seine Netzhaut nicht zu gefährden, hat ersein Teleskop mit einer speziellen Filterfolie versehen. Solche Folien absorbieren 99,99 Prozent des Sonnenlichts. „Ungeschützt sollte niemand in die Sonne gucken“, warnt er. Mit Ruß geschwärzte Gläser, CDs und Sonnenbrillen seien kein geeigneter Schutz: „Alles andere als Filterfolie oder Sonnenbeobachtungsbrillen ist hochgefährlich“. Das gelte insbesondere auch für optische Geräte wie Teleskope, Kameras und Ferngläser, die Sonnenstrahlen bündeln.

Tiedes Teleskop kann Sterne und Planeten bis zu 500-fach vergrößert darstellen. Verbindet er sein hochauflösendes Himmelsfernrohr mit einer Fotokamera, gelingen ihm immer wieder beeindruckende Schnappschüsse. Mithilfe von Filteraufsätzen, mit denen man jederzeit eine totale Sonnenfinsternis simulieren kann, hat er auch schon Protuberanzen fotografiert, also Massenauswürfe der Sonne. „Solche Aufnahmen sind natürlich etwas ganz Besonderes“, sagt Tiede.

Kurt Tiede, der Anfang der Siebzigerjahre die Sternwarte in Friedewald mitbegründete, hat schon ein Dutzend partielle und zwei totale Sonnenfinsternisse verfolgt. Für die totale Sonnenfinsternis 1999 sei er sogar extra auf die Schwäbische Alb gefahren. Dort wäre der Kernschatten besonders gut zu sehen gewesen. „Leider war es an diesem Tag sehr bewölkt“, erinnert er sich.

Deshalb wünscht sich der Hobby-Astronom wie viele andere Sonnengucker im Landkreis für heute besseres Wetter. Zumindest für die Zeit zwischen 9.34 Uhr und 11.50 Uhr.

Quelle: HNA

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