Tante Lilli verzückt Rotenburg

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Die Prilblume auf dem Bauch: Lilli trägt bevorzugt Kittelschürzen und nimmt die Lockenwickler nur ’raus, wenn sie Männer beeindrucken will. 

Rotenburg. Lilli hat sich von ihrem Günther getrennt. War auch höchste Zeit: Er hatte mehr Haare in der Nase als auf dem Kopf, im Bett herrschte Eiszeit. Sein lautes Schnarchen wurde nur unterbrochen, wenn er seine Luft durch einen Furz abließ.

Auch der Ton war rauh: Er wollte auf ihren Grabstein schreiben lassen „Endlich still“, sie auf seinen „Endlich steif“.

Aber ganz ohne Mann möchte Lilli nicht sein. Sie, die Wirtin der „Gulaschkanone“ in der Kasseler Nordstadt, nahm das Publikum am Samstag im Rotenburger Bürgersaal mit auf ihre höchst vergnügliche Suche nach einem Mann. Die etwa 250 Zuschauer - nur einer davon ungebunden, wie ihre Abfrage ergab, - jauchzten vor Vergnügen, wenn Lilli, eigentlich Guido Klode, charmant-witzig alle gängigen Klischees bediente.

Lillis Bemerkungen sind nicht subtil, ihre Scherze eher so grell wie ihr Kittelschürzen-Outfit samt Lockenwicklern. Ihre Ansprüche an den Mann sind schlicht. Viel Geld muss er haben, täglich die Socken wechseln und den Mülleimer leeren, ein Tiger im Bett und standhaft am Bügelbrett soll er sein. Wird dennoch schwierig, sagt doch Lillis Freundin Inge: Männer suchen eine taubstumme Nymphomanin mit einem Bierhandel und einer Dauerkarte fürs Frankfurter Waldstadion. Das kann Lilli nicht bieten. Sie ist alles andere als stumm.

Inge, von der Lilli gern erzählt, hat einen Beautysalon, direkt gegenüber von Lillis „Gulaschkanone“. Inge kann nicht kochen, lässt aber auch nichts anbrennen. Bei einem Prosecco können sich die beiden wunderbar austauschen.

Lilli singt vom Singledasein und spielt mit dem Publikum. Ihr Running Gag ist Michael, den sie ungeniert beflirtet und zu ihrem Assistenten macht. Michael ist zwar bereits gebunden, aber Inge hatte Lilli ja aufgeklärt: 20 Prozent der glücklich gebundenen Männer gehen fremd. Und schließlich: „Ein Dreier muss kein BMW sein.“

Für gute Stimmung hatte der Comedy-Star schon vor Beginn der Veranstaltung gesorgt: Er begrüßte die Zuschauer einzeln und verteilte Süßigkeiten. In der Pause durfte das Publikum seine besten Anmachsprüche aufschreiben und konnte dafür ein Candlelight-Dinner für Zwei gewinnen. Das entpuppte sich zwar als eine Tüte Gulasch fix mit Teelicht, passte aber wunderbar zu diesem Abend.

Von Silke Schäfer-Marg

Quelle: HNA

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