Feuerwehr Lispenhausen sammelt alte Weihnachtsbäume ein

Wärmendes Feuer: Am Lispenhäuser Sportplatz wurden am Samstagabend die Weihnachtsbäume des Stadtteils verbrannt. Viele Lispenhäuser kamen und betrachteten das Feuer bei Glühwein und Bratwurst. Fotos: Meyer

Lispenhausen. Die Tannen und Fichten haben ihren Zweck eigentlich schon erfüllt. Als geschmückte Weihnachtsbäume haben sie Gemütlichkeit in die Wohnzimmer gezaubert.

Am Samstagabend gehen sie am Lispenhäuser Sportplatz in Flammen auf und sorgen für ein riesiges romantisches Feuer, nachdem die Freiwillige Feuerwehr sie vormittags wie in vielen Orten eingesammelt hat.

Die Pfützen sind vor Kälte gefroren, und eine hauchdünne Schneeschicht liegt auf den Bürgersteigen. Überall im Dorf lehnen gefällte Nadelbäume an Hauswänden und Gartenzäunen. Der 15-jährige Timo Klingenhöfer und der zwei Jahre ältere Nico Würtz halten sich gut fest, während sie auf dem Anhänger stehen. Daniel Lingelbach steuert den ruckelnden kleinen Traktor über die Schwarzenhaseler Straße.

Viele geben mehr als nötig

Timo und Nico springen ab, um die nächsten Bäume einzusammeln. An der Spitze vieler Tannen und Fichten wehen bunte Plastiktüten, aus denen Timo Münzen und Geldscheine fischt. Um einen Euro bitten die Jugendlichen als Gegenleistung dafür, dass sie den Weihnachtsbaum entsorgen, aber die meisten Lispenhäuser geben mehr.

Aus dem Fenster im zweiten Stock eines Hauses ruft eine Frau, dass das Geld im Umschlag auf der Eingangstreppe liegt. Das Geld finanziert die Jugendarbeit mit – und vielleicht im Sommer einen Schwimmbadbesuch, erklärt Bernd Spoelstra. Der Jugendwart ist zusammen mit Nico und Timo unterwegs.

Die meisten Bäume, in der Überzahl Nordmanntannen, sind vorbildlich abgeschmückt. Nur hier und da bleibt ein Strohsternchen auf der Straße liegen, oder es glitzert violettes Lametta in der Sonne.

Um ganz Lispenhausen abzuklappern, sind sechs Jugendliche mit zwei Traktoren unterwegs. Bis zum frühen Nachmittag haben sie etwa 20 Ladungen Weihnachtsbäume an den Sportplatz gebracht. Dort bilden die Bäume einen stattlichen Scheiterhaufen.

Die Nadeln der Bäume platzen knisternd, als der Haufen am Abend in Flammen aufgeht. Eine helle Säule aus Funken steigt in den Abendhimmel, während sich die Lispenhäuser das Schauspiel bei Glühwein und Bratwurst gefallen lassen.

Ein Lispenhäuser hält die aufsteigenden Flammen für einen Hausbrand und wählt den Notruf. Die Sirene erklingt, und Bernd Spoelstra brüllt. „Einsatz!“ Die Feuerwehrleute eilen los zum vermeintlichen Brandort. Sie kehren bald zum warmen Weihnachtsbaumfeuer zurück. Es war ein Fehlalarm.

Von Achim Meyer

Quelle: HNA

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