Tankstellenraub in Bad Hersfeld

18-Jähriger soll drei Jahre in Haft

Hersfeld / Fulda. Welche Rolle spielte ein 18-Jähriger Schüler aus Bad Hersfeld bei zwei Raubüberfällen auf Tankstellen und der Planung eines Überfalls auf eine Spielhalle in Bad Hersfeld im Frühsommer 2013? Bei den Plädoyers vor dem Landgericht Fulda zeigte sich Staatsanwalt Stephan Müller-Odenwald am Montag überzeugt, dass der 18-Jährige der Drahtzieher der Taten ist.

Deshalb müsse er dreieinhalb Jahre hinter Gitter. Verteidiger Hans-J. Hauschild erklärte hingegen, der Schüler sei nur am Rande an den Taten beteiligt gewesen – eineinhalb Jahre Jugendstrafe auf Bewährung reichten deshalb aus.

Der Staatsanwalt sagte, die belastenden Aussagen eines Mittäters, gegen den erst später verhandelt werden wird, seien absolut glaubhaft. Demnach hat der Angeklagte zweimal jeweils 100 Gramm Hasch verkauft, hat den Käufer mit einem Messer bedroht und hat zwei Mittäter dazu gebracht, Ende Mai 2013 erst die Shell-Tankstelle in Neuenstein-Aua und drei Tage später die Honsel-Tankstelle in Wehretal-Reichensachsen zu überfallen. Auch der mitangeklagte 20-Jährige hatte den Hauptangeklagten belastet. Schließlich habe der 18-Jährige auch den bewaffneten Überfall mit sieben Komplizen auf eine Spielhalle geplant.

Die Planungen nahm die Polizei, die einen Tipp bekommen hatte, so ernst, dass sie am angenommenen Überfalltag in Bad Hersfeld ein Sondereinsatzkommando in Reserve hielt. Angeklagter schweigt Hauschild widersprach den Annahmen des Staatsanwalts: Der angebliche Plan für einen Überfall sei lediglich eine vage Idee gewesen. Hasch sei nur einmal verkauft worden, weil der Käufer schon die erste Lieferung nicht bezahlt habe. Bei dem ersten Überfall auf die Tankstelle sei der Angeklagte zwar dabei gewesen, und er habe auch die Waffe besorgt. Aber dafür, dass er der Anstifter war, gebe es keinen Beweis. Bei dem zweiten Überfall gebe es nicht einmal einen hieb- und stichfesten Beweis dafür, dass der Hauptangeklagte überhaupt am Tatort war.

Der Angeklagte hatte während des gesamten Verfahrens geschwiegen. Einig waren sich Müller-Odenwald und Verteidigerin Esther Groß-Rader bei der Einschätzung des Tatbeitrags des mitangeklagten, voll geständigen 20-Jährigen: Er habe lediglich beim ersten Tankstellenüberfall das Fluchtfahrzeug gefahren ohne zu wissen, auf was er sich einließ. In diesem Fall reichten eine Bewährungsstrafe und das Ableisten von Sozialstunden. Die Zweite Strafkammer will das Urteil am Donnerstag verkünden.

Von Volker Nies

Quelle: HNA

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