Die Taktik ist Trumpf - Traditionelles Skatturnier in Iba

Er hatte sich beim Turnier in Iba Siegchancen ausgerechnet: Timo Sennhenn aus Sontra. Aber in der zweiten Serie verließ ihn das Glück. Foto:  Meyer

Iba. Der Kreuz-Bube wandert nach links, die Karo Sieben ganz nach rechts: Spielkarten sortieren sich in den Händen oder fallen auf die Tischmitte. „Pik“, „Grand“, „Herz ist Trumpf“ - einsilbige Ansagen stören die Konzentration nicht und reichen zur Verständigung völlig aus. Knapp 70 Spieler traten am Wochenende beim traditionellen Skatturnier in Iba an.

An Tisch 17 deckt Anke-Maren Lang, eine von nur zwei Frauen am Start, ihre Karten auf. Es wird neu gegeben. „Was willst du machen, wenn du nur vier Trümpfe hast mit einer schlechten Beikarte“, erklärt Lang, sortiert das neue Blatt und hat diesmal mehr Glück: Jede Menge Pik und zwei Buben hat die 49-Jährige auf der Hand, eine Gelegenheit, es zu wagen. Pik ist Trumpf.

Im schnellen Takt

In schnellem Takt wird gemischt, gereizt, gedrückt, gestochen. 48 Spiele wollen in knapp zweieinhalb Stunden entschieden werden. Aus zwei solcher Serien besteht das Turnier. Wer gegen wen spielt, wird vor jeder Serie gelost. Wer aus beiden Serien die meisten Punkte holt, gewinnt das Turnier.

In der Mitte des Saales sitzt einer, der sich Siegchancen ausrechnet. Timo Sennhenn aus Sontra ist 38 Jahre alt und spielt Skat, seit er fünfzehn ist. Gerade in diesem Jahr hat er bei den Skatmasters in Berlin den zweiten Platz belegt und 15 000 Euro gewonnen. Er spielt fast jeden Tag - im Internet mit Spielern in ganz Europa.

Die Punkte mitzählen

Als defensiv beschreibt Sennhenn seine Strategie. Skat ist zu einem Drittel Glückssache, schätzt er. Sennhenn weiß immer genau, welche Karten noch im Spiel sind. „Trümpfe mitzählen, Punkte mitzählen, das muss schon sein.“ Aber: „Die Karten müssen passen. Sonst kann der beste Spieler nichts machen.“

Nach 36 Spielen liegt Sennhenn an seinem Tisch mit fast 1153 Punkten vorne. Aber in der zweiten Serie verlässt ihn das Glück, und ganz am Schluss liegt er nur auf Rang 27. Anke-Maren Lang schafft Platz 30.

400 Euro für den Sieger

Gewonnen hat ein Eisenacher: Wolfgang Jahn räumt das Siegergeld von 400 Euro ab. Die Plätze zwei bis vier belegen Horst Schmiedeknecht, Günter Kremser und Karlfried Gorenz.

Warum Preisskate aussterben, lesen Sie in unserer gedruckten Mittwochausgabe.

Von Achim Meyer

Quelle: HNA

Kommentare