Ehepaar muss Haus räumen: Tage bis zum Abriss sind gezählt

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Das Wohnhaus muss weg: Es steht der Neugestaltung des Bahnhofsvorplatzes entgegen. Vor dem Gama-Altenhilfezentrum (Mitte) soll ein Wendehammer entstehen.

Bebra. Zum Haus Reinmüller, das dem Umbau des Bahnhofsvorplatzes im Wege steht, gibt es eine gerichtliche Entscheidung.

Auf Nachfrage erklärte Bürgermeister Uwe Hassl, die Stadt habe Recht bekommen und könne die Besitzeinweisung gegenüber den Eigentümern vollziehen. Dem Ehepaar, das ein Taxiunternehmen betreibt, werde eine Wohnung an der Apothekenstraße angeboten.

Den Vollzug der Besitzeinweisung hat der Magistrat beschlossen. Sie war schon Ende August 2014 angeordnet worden und soll nun noch im März vollzogen werden, sagte der Bürgermeister.

Man suche nach einer Lösung mit dem Anwalt der bisherigen Hauseigentümer, um nicht mit der Polizei räumen zu müssen.

Die Eigentümer wollten das Haus bisher nicht verlassen und befinden sich seit Jahren in einer Auseinandersetzung mit der Stadt. Bürgermeister Hassl hoffte noch auf die Vermittlung des Gerichts und eine gütliche Einigung.

Ersatzobjekte angeboten 

Den Eigentümern habe man Ersatzobjekte angeboten, so etwa eine Eigentumswohnung im Gebäude der Spardabank. Trotz eines Sperrvermerks im Grundbuch sei aber noch eine neue Heizung in das alte Haus vor dem Bahnhof eingebaut worden.. Dazu sei nicht die erforderliche Zustimmung des Sanierungsträgers eingeholt worden.

Die Taxen, die bisher vor dem Haus auf Kundschaft warteten, stehen jetzt bereits in der Bahnhofstraße vor dem Gasthaus „Krempe“, das geschlossen ist.

Vom Ehepaar Reinmüller war gestern keine Stellungnahme zu bekommen. Else Reinmüller befinde sich in einer Reha, sagte ihr Mann Ferdinand. Er selbst wollte sich nicht äußern.

Behindertengerecht 

Wenn das Haus abgerissen ist, wird der Bahnhofsvorplatz behindertengerecht gestaltet. Vor dem Eingang des Gama-Altenhilfezentrums soll ein Wendehammer mit Platz für Taxen entstehen. Hier wird zwar das Halten mit Fahrzeugen zum Ein- und Aussteigen erlaubt sein, nicht aber das Parken.

Besitzeinweisung: Ist die sofortige Ausführung einer beabsichtigten Maßnahme zum Wohl der Allgemeinheit dringend geboten, so kann die Enteignungsbehörde den Antragsteller (hier die Stadt Bebra) durch Beschluss in den Besitz des betroffenen Grundstücks einweisen. nach www.dejure.org

Quelle: HNA

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