„Tag der Heimatpflege“: Stadt streicht Verpflegung für Helfer

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Es ist noch Suppe da: Nach dem Tag der Heimatpflege wurde gemeinsam auf dem Marktplatz gegessen – das zeigt unser Archivbild aus dem Jahr 2006. Die Stimmung damals war offenbar gut.

Rotenburg. Bäume schneiden, Müll einsammeln, Beete hacken, Wege pflastern – und dann gibt es nichts zu essen? Die gemeinsame Mahlzeit aller ehrenamtlichen Helfer am Ende des traditionellen „Tages der Heimatpflege“ in Rotenburg ist zu einem Politikum geworden.

Die Stadt Rotenburg zahlt den Imbiss aus Kostengründen nicht mehr. In Erkshausen und auch in Lispenhausen wird darum auch nicht gearbeitet.

Nach Erkshausens Ortsvorsteher Hermann Schade erläuterte jetzt auch Lispenhausens Ortsvorsteher Manfred Knoch einen ähnlichen Beschluss des Ortsbeirates im größten Rotenburger Stadtteil: „Man kann die Leute nicht ohne ein Dankeschön zur Arbeit bitten“, meinte Knoch. Die Ortsvorsteher könnten den Imbiss zwar über ihr Budget finanzieren, aber er habe dafür kein Geld mehr.

In anderen Stadtteilen findet der „Tag der Heimatpflege“ am Samstag, 2. November, wie gewohnt statt, und wie gewohnt gibt es anschließend Speisen und Getränke. Man übt offenbar Schulterschluss: In Schwarzenhasel spendiert der Heimatverein die Stärkung, in Mündershausen teilen sich Feuerwehr und Friedhofsgemeinschaft die Kosten für den Imbiss, Ortsvorsteher Dieter Möller zahlt die Getränke. „Wir machen das ja für uns und nicht für die Stadt“, sagt Möller. Im vergangenen Jahr haben 25 Mündershäuser mit angepackt. Dass man hinterher zusammensitzt und auch mal ein offenes Wort redet, gehöre einfach dazu.

Wichtig für die Gemeinschaft

Sein Schwarzenhaseler Kollge Lothar Glaser sieht das ähnlich. „Wenn die Leute sich einsetzen, gehören auch Essen und Trinken dazu. Das ist wichtig für die Gemeinschaft. Und ein bisschen Anerkennung muss sein.“ Braachs Ortsvorsteher Claus Riemenschneider hofft noch auf Sponsoren und ist optimistisch, dass er den traditionellen Imbiss finanziert bekommt. Und Seifertshausens Ortsvorsteher Hans Joachim Pohl zahlt Speis und Trank aus dem Budget für die Ortsbildverschönerung. Passt ja auch irgendwie.

In Bebra, wo der Tag der Heimatpflege am kommenden Samstag stattfindet, gibt es auch weiterhin Speisen und Getränke für die Helfer. „Das kleine Dankeschön gehört einfach dazu“, sagte Hauptamtsleiter Ralf Orth. In den Stadtteilen kümmern sich die Ortsvorsteher um die Verpflegung. Nicht alle Stadtteile pflegen ihre Dörfer am 2. November, sondern wählen ihre Termine nach eigenem Gusto.

Auch in Alheim gilt es als Selbstverständlichkeit, dass die Helfer nach getaner Arbeit verpflegt werden, sagte Bürgermeister Georg Lüdtke. Die Ortsbeiräte organisieren die Aufräumaktionen komplett eigenständig. Für die Bewirtung fänden sich meist Sponsoren, aber auch die Ortsvorsteher hätten eine „Kriegskasse“, sprich eine Pauschale, aus der sie zum Beispiel Getränke finanzieren könnten.

Auch Rotenburgs Bürgermeister Christian Grunwald weiß, dass man ehrenamtlichen Einsatz honorieren muss. Mehr über seine Pläne lesen Sie in unserer gedruckten Mittwochausgabe.

Quelle: HNA

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