Ein Symbol verschwindet

Letzter Mader-Panzer aus der Alheimerkaserne abtransportiert

Rotenburg. Fünf Jahre stand der Schützenpanzer Marder unbewegt in der Alheimer Kaserne. Vier Soldaten aus Gotha kamen am Montag mit einem Schwerlasttransporter, um den Schützenpanzer Marder abzuholen.

Ein dumpfes und lautes Pochen dringt aus dem Panzer, als er sich in Bewegung setzt und knirschend von der gepflasterten Fläche inmitten einer Grünfläche auf dem Kasernengelände rollt.   Er erinnerte an die Tradition der Panzergrenadiere in der Rotenburger Alheimerkaserne. Der Abschied ist dann ganz unsentimental und ohne Zeremonie. Oberstleutnant Wolfgang Mangel ist beim Abtransport im Nieselregen dabei. Der Panzer sei ohne Motor, Getriebe und Waffenanlage nur noch eine leere Hülle, sagt er, allerdings mit hohem Symbolwert. Der Marder war das Aushängeschild des Panzergrenadierbataillons 52. Es gebe aber nur noch wenige Ehemalige dieses Bataillons in Rotenburg.

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Die vier Soldaten haben Übung: Routiniert bauen sie aus dicken Stahlrohren eine sogenannte Schleppschere, die dann in Zentimeterarbeit mit dem Schwertransporter verkuppelt wird. Die 600 Pferdestärken des Transporters ziehen den Panzer, der knapp 20 Tonnen wiegt. Ein Bordstein zersplittert unter seinem Gewicht. Dann kommt der Marder auf einer Straße zum Stehen.

Maßarbeit: Hauptgefreiter Marco Büchner dirigiert den Marder auf den Tieflieger.

„War doch ein Kinderspiel“, stellt Stabsunteroffizier Marc Spindler aus der Gothaer Friedensteinkaserne zufrieden fest. Hauptgefreiter Michael Kirmse fährt den Transporter mit Tieflieger heran. Stahlseile ziehen den Marder über Rampen herauf, dann befestigen die Soldaten den Panzer mit schweren Ketten.

Damit ist für die Soldaten aus Gotha die Arbeit vorerst getan. Sie werden sich in einer Stube der Alheimerkaserne zur Ruhe legen. Am Abend brachten sie den Panzer, eskortiert von Polizei und Feldjägern, in die Fritzlarer Georg-Friedrich-Kaserne, wo er weiter seine Funktion als symbolisches Erinnerungsstück erfüllen wird.

Quelle: HNA

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