Die Fußwaschung ist zentrales Thema der Weltgebetsordnung – Seminar für Frauen

Symbol für Gottes Liebe

Fremdes Instrument testen: Mit dem leichten Schütteln der Ocean-Drum versetzten sich die Teilnehmerinnen unwillkürlich an die Strände der bahamaischen Inseln. Foto:  Hettenhausen

Bad Hersfeld. Eine gelb-rote Sonne überstrahlt den türkisblauen Himmel und beleuchtet sechs Flamingos. Alle für die Bahamas typischen Farben tauchen in dem Bild „Gesegnet“ auf, das die bahama-ische Künstlerin Chantal E. Y. Bethel für den Weltgebetstag (WGT) am 6. März gemalt hat.

Dieses farbenfrohe Werk wurde vom WGT-Team der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck vorgestellt, als 130 Frauen aus dem Kreisgebiet der Einladung in die Martinskirche in Bad Hersfeld gefolgt waren. Sie bereiteten sich dort für die Themengottesdienste in ihren Gemeinden vor.

Frauen von den Bahamas haben dafür die Liturgie unter dem Motto „Begreift ihr meine Liebe“ entworfen, um auf die Sonnen- und Schattenseiten ihres Landes aufmerksam zu machen. Denkt man an die Bahamas, fallen einem zuerst die Traumstrände, die Korallenriffe und das glasklare Wasser ein, das die 700 Inseln des Staates bieten. Doch so paradiesisch ist es nicht in dem Land, dessen Alltag von Problemen, Armut und Gewalt geprägt ist.

Die Gottesdienstkollekten am Weltgebetstag sollen deshalb Zeichen setzen, Kirche als lebendige und solidarische Gemeinschaft zu leben. Mit ihnen werden Projekte für Frauen und Mädchen auf der ganzen Welt unterstützt. Im Zentrum der Gottesdienste soll die Lesung aus dem Johannesevangelium stehen (13,11-17), in dem Jesus seinen Jüngern die Füße wäscht. Hier wird für die Frauen der Bahamas Gottes Liebe erfahrbar, denn es braucht tatkräftige Nächstenliebe auf den Spuren Jesu Christi.

Die sechs Flamingos beugen sich auf dem Bild von Chantal E. Y. Bethel über eine blau-grüne Fläche. Sie verneigen sich sozusagen vor Gottes Schöpfung. Und sie verbeugen sich zu den Füßen Christi hin, denn am Bildrand gibt der Saum eines Gewandes im hellsten Sonnenstrahl ein Paar Füße frei. Dieses vermeintlich unscheinbare Detail weist auf die zentrale Rolle der Fußwaschung hin.

Pfarrerin Gloria Dück, Sprengelbeauftragte für Frauenarbeit, Pfarrerin Tanja Griesel vom Referat Erwachsenenbildung Kassel und Renate Ehmer waren die Referentinnen der Schulungstage. Sie hatten in der Martinskirche überall bunte Fußabdrucke geklebt und eine einfallsreiche Dekoration mit vielen Flamingos und Muscheln auf den Altarstufen kreiert. Irene Lochner stimmte die empfohlenen Lieder am Klavier an und ermunterte die Teilnehmer damit zum fröhlichen Mitsingen. Dazu wurden Perkussions-Instrumente wie zum Beispiel die Ocean-Drum ausgeteilt, ein Klanginstrument, dessen ruhiges Bewegen der darin befindlichen Kügelchen ein schönes Meeresrauschen erzeugt.

Abgerundet wurde das Programm durch das von Elisabeth Böttcher mit landestypischen Speisen hergerichtete Büfett. Marianne Bierschenk und Holde Göbel von der Martinskirche hatten ihr dabei geholfen.

Von Vera Hettenhausen

Quelle: HNA

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