Knaresborough Silver Band präsentiert in der Auferstehungskirche tolles Programm

Von Summertime bis Echo

Sorgte für Stimmung: die Knaresborough Silver Band in der Bebraer Auferstehungskirche. Foto: Apel

Bebra. Es gibt Sternstunden, die fallen einfach so, wie Sternschnuppen, vom Himmel. All diejenigen, die das Konzert der Knaresborough Silver Band in der Bebraer Auferstehungskirche miterlebt haben, haben fast zwei davon erlebt. Und zwei bemerkenswerte Zugaben.

Irgendwie ist alles etwas anders. Glockengeläut, Begrüßung durch Pfarrer Martin Schacht, und dann ziehen die Musiker von der Insel in das Gotteshaus ein. Zehn Tage lang sind sie auf Einladung der seit 35 Jahren partnerschaftlich mit ihnen verbundenen Mitglieder des TSV-Musikzuges zu Gast. Als Gastgeschenk präsentieren sie einen Querschnitt ihres Könnens.

Und das ist imposant. Schon beim ersten Stück, „Star Lake“, gehen sie in die Vollen. Dann tritt Steve Morland ans Mikrofon – der Dirigent, der Conductor, der alles zusammenführt, der mit vollem Körpereinsatz eines jeden Instrument zum Glänzen bringt.

Der 42-Jährige kündigt – wen wundert’s bei der sommerlichen Schwüle – George Gershwins „Summertime“ und ein Soprano-Cornet-Solo von Polly Sykes an. Das Publikum ist zum ersten Mal begeistert. Polly ist, wie sie später erzählt, zum ersten Mal in Bebra, und auch sie ist angetan. Von den freundlichen „Bääwerschen“, der schönen Stadt und dem guten Bier.

Mit großer Klangfülle

Gute Voraussetzungen also, um ein weiteres Stück von Gershwin zu bringen und das Euphonium-Duett aus „Die Perlenfischer“ von Georges Bizet, das Catherine Morland und Brian Trickett mit der Band mit dem noch ganz jungen John Luke Morland an den Drums mit großer Klangfülle in Szene setzen.

Ein kleiner Chor singt „Just Give Me a Reason“, ehe Nick Garrett mit dem Principal Cornet brilliert und das wundervolle „Share My Yoke“ intoniert, was so viel bedeutet wie „Trage mit mir meine Bürde“. Es folgen die Stücke „On Richmond Hill Baht ‘at“ und „World in Union“ – beide frisch vorgetragen, mit dem gewissen Pfiff und irgendwie so, wie man sich Musik von einer englischen Brass Band vorstellt.

Nach der Pause überraschen die Gäste mit dem George-Harrison-Song „Something“ und Mozart. „Very Beautiful“ wird es dann bei „Nimrod“, einem berührenden Werk des großen englischen Komponisten Edward Elgar, ehe etwas ganz Unerwartetes kommt: die im James-Last-Sound interpretierte „Tritsch-Tratsch-Polka“ von Johann Strauß und Filmmusik von Randy Newman aus „Monsters, Inc.“.

Als die 30-köpfige Brass Band zuguterletzt all ihre Gefühle in Frank Sinatras vielfach variiertes „I Did it My Way“ legt, hält es die Besucher nicht mehr auf den Plätzen. Zugabe-Rufe und – man höre und staune – eine ganz besondere Antwort: das perfekt oberkrainisch gespielte „Trompetenecho“. Steve Morland, das dirigierende Temperamentsbündel, treibt seine Frauen und Männer an, lässt sie immer schneller spielen, und dann ist Schluss. Nicht ganz: Als letzte Zugabe spielen die Gäste die Deutschland-Hymne. Und da ist er da: der Moment, in dem es so manchem Tränen der Rührung in die Augen treibt. Und der Freude.

Von Wilfried Apel

Quelle: HNA

Kommentare