Wieder gegen Brasilien

Sportkegler Michael Reith startet bei WM - Gegner unter anderem aus Brasilien

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Vor einem neuerlichen Erfolg? Michael Reith fährt in diesen Tagen zur WM der Sportkegler. Foto: Walger

Süß. „Die Brasilianer sind heiß. Sie wollen den WM-Titel, unbedingt!" Michael Reith weiß das. Und will nicht zulassen, dass es zur Revanche für das 7:1 der deutschen Fußballer aus dem WM-Halbfinale kommt.

Jedenfalls nicht bei der Weltmeisterschaft der Sportkegler in Langenfeld.

Nicht zum ersten Mal ist der 20-Jährige aus dem Nentershäuser Ortsteil Süß bei den weltweiten Titelkämpfen dabei. Auch diesmal, in der Altersklasse U 24, rechnet er sich im Bergischen Land, 15 Kilometer von Leverkusen, Chancen aus. „Denn wir kennen die Heim-Bahn, haben darauf trainiert“, sagt Reith, der in der Hessenliga für AN Bosserode kegelt. „Das ist ja das Tolle am Kegeln, jede Bahn ist ein bisschen anders.“ Und allen Revanchegelüsten der Südamerikaner zum Trotz: Die größte Konkurrenz erwartet er aus Belgien und Luxemburg.

Für alle vier Disziplinen - Einzel, Paarkampf, Teamdoppel und Sprint - war er ursprünglich qualifiziert, doch eine Rückenverletzung zwang ihn, kürzerzutreten. „Die Physiotherapeuten haben das hingekriegt, aber ich belasse es bei zwei Disziplinen“, sagt Reith. Der Sprint liegt ihm - 20 Wurf und K.o-System. Und im Paarkampf will er mit dem Münsteraner Ronert Heinechen, einem guten Freund, nach den Medaillen greifen. Reith redet nicht um den heißen Brei herum: „Ich glaube schon, dass ich Chancen habe, wieder Weltmeister zu werden.“ Was auch finanzielle Vorteile für alle Sportkegler hätte. „Wir sind halt eine Randsportart, unsere Förderung bemisst sich auch an der Zahl von solchen großen Titeln“, sagt er.

Die Verletzung, glaubt Michael Reith, kam womöglich durch zu einseitiges Training zustande. Nach dem Abitur fiel der Schulsport weg. Reith macht seit zweieinhalb Jahren eine Ausbildung als Bankkaufmann. „Da muss man aufpassen, dass man neben dem Kegeltraining, das ja eine recht einseitige Belastung ist, etwas zum Ausgleich macht.“ Er schwimmt jetzt regelmäßig.

Sein sportlicher Weg soll ihn „auf jeden Fall eines Tages auch in die Bundesliga führen“, sagt Michael Reith. Und am liebsten wäre es dem heimatverbundenen 20-Jährigen, wenn er dieses Ziel mit seinen Bosserödern erreichen könnte und dafür nicht wechseln müsste. „Wir haben eine junge Mannschaft“, sagt er.

Doch das ist Zukunftsmusik. Vorerst gilt es, in Langenfeld zu bestehen. Auch gegen die Brasilianer.

Zur Person

MICHAEL REITH (20) kegelt seit seinem sechsten Lebensjahr. Er begann beim TSV Süß, bei dem auch sein Vater aktiv ist, mit dem er bis in die Bezirksoberliga aufstieg. Vor drei Jahren wechselte er zum Hessenligisten AN Bosserode. In verschiedenen Jugendklassen ist er mehrfacher Deutscher Meister; er gewann auch schon bei der WM und war Sportler des Jahres im Kreis Hersfeld-Rotenburg. Reith macht derzeit eine Ausbildung zum Bankkaufmann bei der Sparkasse Hersfeld-Rotenburg, die er in diesem Jahr abschließt. Er wohnt bei seinen Eltern im Nentershäuser Ortsteil Süß.

Von Rainer Henkel

Quelle: HNA

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