Suche nach Asylunterkünften bleibt im Landkreis Hersfeld-Rotenburg Geheimsache

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Standen Rede und Antwort: Beim Informationsabend im Haus des Gastes stellten sich – von links – Frank Hildebrand, Fachdienstleiter Migration, Elke Künholz, Erste Kreisbeigeordnete, Antonia Rösner vom Fachdienst und Bürgermeister Markus Becker den vielen kritischen Fragen zur künftigen Nutzung des Hotels Immensee.

Ronshausen. Der Landkreis Hersfeld-Rotenburg will bei der Suche nach Flüchtlingsunterkünften weiterhin erst dann über geplante Standorte informieren, wenn die Verträge spruchreif sind. Das sagte Vizelandrätin Elke Künholz bei einem Informationsabend zur umstrittenen Anmietung des Waldgasthofs Immensee.

Der bisherige Waldgasthof soll ab Ende Mai als neue Gemeinschaftsunterkunft für Flüchtlinge genutzt werden, erklärte die Sozialdezernentin den knapp 100 Menschen im Haus des Gastes, denen sie gemeinsam mit ihren Mitarbeitern vom Fachdienst Migration Rede und Antwort stand. Der Mietvertrag mit der Eigentümerin war bereits Anfang April unterzeichnet worden.

Für ihre Informationspolitik wurde Künholz heftig kritisiert: „Sie haben ein Lehrbeispiel dafür gebracht, wie man es nicht machen sollte - das ist das Gegenteil von Bürgernähe - die Menschen werden hintergangen“, erklärte ein Zuhörer. Bürgermeister Markus Becker kritisierte, dass man die Ronshäuser vor vollendete Tatsachen gestellt habe: „Eine aktive Beteiligung der Kommune hat nicht stattgefunden.“ Becker unterstrich wie viele Ronshäuser in ihren Wortbeiträgen, dass es nicht darum gehe, zu verhindern, dass ausländische Hilfesuchende in Ronshausen untergebracht werden. „Es geht uns einzig um die Erhaltung einer Gastronomie am Ronshäuser See“, sagte er.

„Das Hotel Immensee ist derzeit die einzige Alternative, die der Landkreis angesichts der Vorgaben und Auflagen für solche Unterkünfte hat - dass es nicht die 1-A-Lösung ist, wissen wir auch“, erklärte Künholz. Man wolle den Ronshäusern kein Ausflugslokal wegnehmen, „aber wenn sich eine Gelegenheit bietet, dann müssen wir zugreifen, um unserer Unterbringungspflicht nachzukommen“, sagte Künholz. Würde der Kreis vorher informieren, „dann finden wir garnichts“, sagte sie. Der Landkreis muss Unterkünfte für Asylbewerber finden. Künholz betonte mehrfach, wie schwierig und arbeitsintensiv diese Suche ist.

Von Peter Gottbehüt

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Quelle: HNA

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