Ein Student mit Wortwitz: Comedian David Werker und das Erwachsenwerden

Überzeugte mit studentischem Charme: David Werker. Foto: nh

Weiterode. Mit legeren Sprüchen, frechem Wortwitz und studentischem Charme hat der Stand-Up-Comedian David Werker das Publikum in Ellis Saal in seinen Bann gezogen. „Es kommt anders, wenn man denkt!", hieß das Programm Werkers, der 2012 den Deutschen Comedypreis als bester Newcomer gewonnen hat.

Mit 28 Jahren hat Werker sein Germanistikstudium inzwischen hinter sich gebracht. Jetzt kann er nicht mehr bis halb drei im Bett bleiben. Nun lautet die Frage: Aufstehen oder liegenbleiben? Da muss der lustige Student aber erstmal drüber schlafen.

In Ellis Saal sinnierte der in Krefeld aufgewachsene Comedian über Eltern, die das Internet löschen, und „Maybach-Matratzen“ für deren Erwerb man einen Kredit aufnehmen müsste. Dem Publikum blieb bei dem Gag-Feuerwerk kaum Zeit zum Luftholen. Die Pointen folgten im Minutentakt, und ebenso häufig wechselte Werker das Thema.

Die Bandbreite reichte von Weisheiten aus dem studentischen Haushalt („schmutziges Geschirr schimmelt nicht, wenn man es einfriert“) bis zu Details aus seiner Beziehung. Schon der Umzug gestalte sich schwierig: „Meine Freundin hat zwei Transporter bestellt. Für sich selbst einen Umzugswagen, für meine Möbel kam der Sperrmüll.“

Die lautesten Lacher erntete Werker für seine Beobachtung, wie Studenten über ihre Eltern sprechen, die langsam der modernen Technik mächtig werden: „Geht deine Mutter schon alleine ins Internet? - Wie alt ist sie denn? - 54! Ja, da kann man schon langsam damit anfangen. - Das ist jetzt die Trotzphase, da musst du auch mal hart bleiben. - Ich hab’ gehört, der Vater vom Tom skyped sogar schon.“

Die eigentlichen Zukunftsfragen „Was willst du machen?“ und „Willst du erwachsen werden?“ ließ Werker zwar unbeantwortet. Aber er weiß, dass man die Sache mit dem Erwachsenwerden nicht so ernst nehmen darf in einer Welt, in der chemielose Toiletten nicht mehr Baum, sondern Urimat heißen und ihn die eigene Mutter zum Chillen auffordert.

Das Publikum, das sich über Facebook sogar mit Witzen am laufenden Programm beteiligen konnte, war begeistert und stimmte regelmäßig spontanen Beifall an. Und am Ende belohnte es den gelungen Auftritt mit einem lang anhaltendem Schlussapplaus. (red/mcj)

Quelle: HNA

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