Streunende Katzen bereiten in Waldhessen Probleme

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Hersfeld-Rotenburg. Streunende Katzen und Kater bereiten den Städten und Gemeinden vielerorts Probleme. Auch das Tierheim in Bad Hersfeld platzt als einziges Tierheim im Kreis ständig aus allen Nähten – zwischen 60 und 70 Katzen sind derzeit dort untergebracht.

Das Problem sei, dass viele Halter ihre Tiere nicht kastrieren ließen. In über 200 Kommunen Deutschlands gilt laut dem Deutschen Tierschutzbund eine Kennzeichungs- und Kastrationspflicht für Katzen, in Hessen hat Hessisch-Lichtenau vor rund einem halben Jahr als erste Stadt eine entsprechende Verordnung erlassen. Auch in Kassel wird über eine solche Pflicht diskutiert. Im Kreis Hersfeld-Rotenburg ist dies absehbar kein Thema.

Beim Veterinäramt des Kreises ist das Problem zwar bekannt, eine offizielle Empfehlung, die Kastrationspflicht einzuführen, gibt es aber nicht, teilt Pressesprecher Michael Adam auf Nachfrage mit. „Der Kreis sieht die Verantwortung bei den Kommunen“, so Adam. Bei streunenden Tieren sei es jedoch sowieso kaum möglich, festzustellen, wem diese gehörten.

Begrüßen würde Tierheim-Leiter Andreas Rümmler eine Pflicht, alle freilaufenden Katzen und Kater kastrieren zu lassen, denn diese seien einfach nicht zu kontrollieren. Etwa die Hälfte der jährlichen Kosten für das Tierheim in Höhe von rund 120 000 Euro entfallen auf die Katzen, schätzt Winfried von Alpen als Vorsitzender des Hersfelder Tierschutzvereins.

Thomas Baumann, Vorsitzender der Bürgermeisterdienstversammlung im Kreis, erklärt: „Wir werden dieses Thema in Zukunft mal diskutieren.“ Konkret darüber gesprochen hätten er und seine Bürgermeisterkollegen aber noch nicht. Persönlich halte er eine solche Pflicht im ländlichen Raum allerdings für kaum umsetzbar – auch eine kreisweite Lösung sei wohl eher unrealistisch.

Quelle: HNA

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