40 Jahre Markt in Rotenburg: Angelika Hanstein ist von Anfang an dabei

Nur Strandfestsamstag frei

Angelika Hanstein, links, und ihre Kollegin Maria Diegel von der Gärtnerei Mey: Sie wiegen das Gemüse mit einer viele Jahre alten Marktwaage. Fotos:  Achim Meyer

Rotenburg. Angelika Hanstein benutzt fürs Gemüse eine alte Waage mit schweren schwarzen Gewichten. Sie hat sich bewährt über die Jahre, und in genau 40 Jahren ist es erst die zweite. Die Rotenburger Markthändler feierten am Samstag den 40. Geburtstag des Rotenburger Wochenmarkts, und Angelika Hanstein ist eine, die von Anfang an dabei war.

Als das samstägliche Marktgeschehen 1974 mit wenigen Ständen in der Gasse hinter der Jakobikirche begann, war Angelika Hanstein elf Jahre alt. Nach der Schule radelte sie in die Stadt und half beim Abwiegen, Zusammenstecken von Sträußen und Kassieren. Die Kilopreise für Karotten und Co sind runde Euro-Werte, keine krummen Zahlen. Das geht leichter zu rechnen.

Manches hat sich verändert

Angelika Hanstein lernte Floristin und übernahm mit dem Bruder die Gärtnerei Mey ihrer Eltern Paul und Edith in Lispenhausen.

Auch wenn es Kunden gibt, die Angelika aus Kindertagen kennen und noch heute zum Wocheneinkauf an Hansteins Stand kommen, manches hat sich verändert.

Früher wurde mehr selbst produziert, auch Erdbeeren und Spargel. Die Wirtschaftlichkeit erfordert, Gemüse und Schnittblumen zuzukaufen. Beet- und Balkonpflanzen etwa sind aber in der eigenen Gärtnerei gewachsen.

Bis -10 Grad

An rund 2000 Samstagen war Angelika Hanstein in den vergangenen Jahrzehnten auf dem Markt in Rotenburg, bei Wind und Wetter und sogar bei Minusgraden.

Wenn die Temperatur unter Null geht, bringt sie Heizung und Gasflaschen mit, damit das Gemüse nicht erfriert. Nur wenn es kälter wird als zehn Grad minus, kann sie Blumen und Gemüse nicht mehr schützen.

In Eigenregie

Angelika Hanstein und die anderen Marktleute organisieren den Markt in Eigenregie, haben Schlüssel für die Marktplatzpoller und holen sich Strom von den Stromkästen der Stadt.

Nur einmal im Jahr haben sie samstags frei: Wenn Strandfest gefeiert wird und in der Stadt kein Platz für die Marktbuden ist.

HINTERGRUND

Von Achim Meyer

Quelle: HNA

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