Schüler zelten im Rhäden und beobachten Vogelwelt, Sonntag informieren sie Gäste

Die Störche im Blick

Spannende Natur: Schüler im Obersuhler Rhäden am Beobachtungsstand mit Spektiven, rechts Lehrer Ralf Frank. Foto: Meyer

Rotenburg/Obersuhl. Ganz nah holt das Vergrößerungsglas die drei jungen Störche heran, die sich vor der Kulisse des großen Kaliberges im Nest aneinanderdrängen. Ihre Mutter steht hilflos in der Mitte, lässt den Kopf hängen und kann nichts gegen die klamme Kälte tun. Rund 20 Schüler aus Rotenburg und Obersuhl zelten seit Dienstag unweit des Naturschutzgebiets Rhäden bei Obersuhl, um dort Vögel zu beobachten.

Seit zehn Jahren organisiert Biologielehrer Ralf Frank einmal im Jahr ein mehrtägiges Zeltlager für Schülerinnen und Schüler seiner Natur-AGs an der Obersuhler Blumensteinschule und der Rotenburger Jakob-Grimm-Schule.

Es regnete, als die Schüler ankamen. Einen trockenen Weg durch den aufgeweichten Boden legten sie aus Tannenzweigen, bauten Zelte und Feldbetten auf und errichteten aus dünnen Stämmen und Planen ein Dach. Darunter machten sie es sich am Lagerfeuer behaglich.

Neuntklässler Marius Möller und die Oberstufenschüler Robert Berge und Felix Heyer sind seit vielen Jahren immer wieder dabei. Vertraut ist ihnen die Tierwelt in dem kleinen Biotop, das sich vor dem Beobachtungsturm ausbreitet: der winzige Zwergtaucher am Ufer, der staksende Silberreiher, die brütenden Lachmöwen auf der kleinen Insel, die frierenden Störche. Lachmöwen seien selten im Binnenland, weiß Felix, aber im Rhäden, so Marius, fänden sie ausreichend Futter und überhaupt ideale Bedingungen zum Leben vor.

Nebenbei unterstützen die Schüler die Obersuhler Vogelschützer, indem sie die Tiere zählen. Lebhaft erinnert sich Robert Berge an eine Exkursion durchs Gebüsch im vergangenen Jahr. Es ging darum, nah an die Störche heranzukommen, um die Nummern der Fußringe zu erkennen. Lehrer Ralf Frank begeistert seine Schüler für die Natur, auch weil er selbst begeistert ist. Er kenne kein anderes Naturschutzgebiet in Deutschland, wo sich an einem einzigen Beobachtungspunkt so wie im Rhäden eine ganze Schulklasse unterbringen lasse, sagt er.

Gestern dann trafen die Schüler der fünften und sechsten Klassen im Rhäden ein, die hier ebenfalls zelten und von den Älteren an die Vogelbeobachtung herangeführt werden. Für den morgigen Sonntag laden die Schüler Eltern und alle Interessierten ein, zwischen 9 und 11 Uhr an die Beobachtungspunkte im Rhäden zu kommen und sich die vielfältige Vogelwelt zeigen zu lassen.

Von Achim Meyer

Quelle: HNA

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