Stiller Proteste gegen Trassenführung der 380-kV-Leitung

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Hitzige Diskussionen: Unser Bild zeigt Elisabeth Apel (links), Gemeindevertreter mit ihrem Vorsitzenden Peter Schütrumpf (in Rot) und Projektleiterin Sonja Steinkirchner (rechts).

Mecklar. Rund 125 Grundstückseigentümer hatten gestern die Möglichkeit, kleine Korrekturen am geplanten Verlauf der 380-kV-Starkstromleitung Wahle-Mecklar zu erwirken. Dazu hatte Trassenbetreiber Tennet nach Mecklar zu einem „Markt der Informationen“ eingeladen.

Rund 150 Bürger nutzten die Veranstaltung zum stummen Protest gegen den Verlauf der Stromleitung im Bereich der Gemeinde Ludwigsau.

„Tennet hört nicht auf unsere Vorschläge, vielleicht hört man ja unser Schweigen“, sagte Bürgermeister Baumann, der ebenfalls an der Aktion teilnahm. In Ludwigs-au ist man verärgert, dass die so genannte „Waldtangente“ von Tennet geprüft, aber als nicht realisierbar verworfen wurde. Schließlich wurde dann aber doch geredet, und die Tennet-Vertreter mussten sich massive Kritik anhören. So wurde gemutmaßt, dass womöglich Lobbyisten der Stromindustrie oder der Waldbesitzer hinter der Absage an die „Waldtangente“ stehen.

Bereits kurz nach Beginn der Informationsveranstaltung hatten zahlreiche Bürger die Gelegenheit genutzt, über den genauen Trassenverlauf auf ihren Flurstücken unterrichtet zu werden. Tennet hatte dazu Luftbilder und Karten zur Verfügung gestellt. „Ziel ist es, mit unseren Masten die Landwirtschaft möglichst wenig zu behindern“, erklärt Tennet-Sprecherin Antje Knollmann. Das Verschieben um bis zu 100 Meter im Verlauf der bis zu 500 Meter langen Spannfelder der Stromleitung sei möglich, wenn dafür „triftige Gründe“ vorliegen.

Alle Bürgerwünsche würden in einem Gesprächsprotokoll festgehalten und geprüft. Ende August werden die Planungen dann „eingefroren“. Die Planfeststellungsunterlagen sollen noch in diesem Jahr beim Regierungspräsidium eingereicht werden. (kai/GM)

Quelle: HNA

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