Parlament mehrheitlich gegen Kauf von Fläche

Still ruhen die Breitenbacher Seen-Pläne

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Lang gehegter Wunsch: Die Breitenbacher Seen sollen mit dem Fuldaauen-Erlebnispark zu einem Tourismus-Anziehungspunkt werden.

Bebra. Um die Pläne des Fuldaauen-Erlebnisparks an den Breitenbacher Seen umsetzen zu können, fehlt der Stadt Bebra noch eine etwa fünf Hektar große Ausgleichsfläche.

Sie ist wegen hessischer Naturschutz-Auflagen als Tauschland erforderlich. Ein entsprechendes Grundstück war der Stadt jetzt sehr kurzfristig angeboten worden. Nach langer Debatte entsprachen die Bebraer Stadtverordneten am Donnerstagabend allerdings nicht dem Dringlichkeitsantrag von Bürgermeister Uwe Hassl, der zuvor eindringlich für den Ankauf dieses „einmaligen Angebots“ zu einem Kaufpreis von 100.000 Euro geworben hatte.

Mit 17 gegenüber elf Stimmen bei einer Enthaltung befürwortete das Parlament – und das quer durch alle Fraktionen – stattdessen einen Gegenantrag der CDU, das Thema in den Magistrat zurückzuverweisen. Bürgermeister Hassl hatte zuvor deutlich gemacht, dass es nicht ausreichend solcher Ausgleichsflächen auf dem Markt zu kaufen gebe und der Eigentümer sein Grundstück ansonsten an einen anderen Käufer veräußern werde.

„Den Zeitplan für das Fuldaauen-Projekt werden wir nun wohl leider nicht halten können – ohne Ausgleichsfläche kann kein Baurecht geschaffen werden“, sagte der Verwaltungschef nach der Abstimmung.

Geplant ist ein Sauna- und Fitnesspark, den Investor Nejat Sunel bereits Ende des kommenden Jahres eröffnen wollte – unsere Zeitung berichtete.

„Seit mehr als 40 Jahren versuchen wir, die Seen touristisch zu entwickeln – wir sollten diese Chance nicht vertun“, hatte Thorsten Bloß von der CDU zunächst für den Kauf plädiert. Auch in den Reihen der SPD gab es ein Für und Wider. Viele Stadtverordnete sagten, sie fühlten sich vom Antrag überrumpelt und unter Druck gesetzt.

Klaus Reifschneider von der FWG betonte, dass seine Fraktion grundsätzlich gegen das Fuldaauen-Erlebnispark-Projekt sei, „solange wir das Geld dafür nicht haben“. Angesichts der Finanzlage der Stadt sei der Grundstücksankauf für seine Fraktion unverantwortbar, sagte Reifschneider.

Von Peter Gottbehüt

Quelle: HNA

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