Stiftungen wegen Niedrigzinsen in Geldnot: Anleger sind stark betroffen

Die anhaltenden Niedrigzinsen bringen Stiftungen in Geldnot. Die Folge ist, dass Einrichtungen immer weniger Geld zur Förderung karitativer Organisationen bereitstellen können. Das trifft auch auf Stiftungen im Kreis Hersfeld-Rotenburg zu.

Hersfeld-Rotenburg. „Für unsere zehnjährige Anlage bekommen wir nur noch 1,8 Prozent Zinsen“, sagt Gerhard Deiseroth, Geschäftsführer der Stiftung Alte Klosterschule in Bad Hersfeld. Diese Entwicklung sei bedenklich und sogar stiftungsbedrohlich, denn früher habe die Einrichtung gut acht Prozent erhalten. „Unsere Zinserträge sind auf 700 Euro zusammengeschmolzen. In besten Zeiten waren es fast 3000 Euro.“

Sollte sich dieser Trend der niedrigen Zinsen nicht ändern, müsse er die Auflösung der Stiftung beantragen. „Für so wenig Geld lohnt sich der Aufwand nicht“, sagt er. So wie der Alten Klosterschule geht es auch anderen Einrichtungen.

„Das Hauptproblem ist, dass viele Einrichtungen ihren Stiftungszweck kaum noch erfüllen können“, sagt Michael Conrad, Pressesprecher des Regierungspräsidiums (RP) Kassel, „grundlegend lässt sich sagen, dass die Zinserträge im Vergleich zur Vergangenheit deutlich geringer geworden sind.“

Das weiß auch der Leiter des Vorstandsstabs der Sparkasse Bad Hersfeld-Rotenburg, Wolfgang Kurth. „Insgesamt war Geld auch selten so wenig wert wie jetzt“, sagt er. Die dauerhaften Niedrigzinsen seien traumhaft für Investoren, nicht aber für Stiftungen.

Im Kreis Hersfeld-Rotenburg sind zwölf Stiftungen registriert. Stark betroffen seien laut Michael Conrad besonders die Einrichtungen, die ihr Vermögen in erster Linie angelegt haben.

Dem gegenüber stehen diejenigen, deren Vermögen hauptsächlich aus Immobilien oder Aktien bestünden. Auf diese Stiftungen hätten die Niedrigzinsen kaum Einfluss.

Von Nico Beck

Quelle: HNA

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