Nentershäuser müssen ab 2013 höhere Grundsteuer zahlen – im Schnitt 110 Euro

Steuerlast wird schwerer

Nentershausen. Auch die Gemeinde Nentershausen ist gezwungen, kräftig an der Steuerschraube zu drehen, um ihren Etat auszugleichen. Ein ausgeglichener Haushalt – möglichst bis 2016 – ist Bedingung dafür, dass die Gemeinde unter den Schutzschirm des Landes gelangen kann.

Die Gemeindevertretung entschied in ihrer jüngsten Sitzung einstimmig, ab 1. Januar 2013 die Hebesätze für die Grundsteuer A (land- und forstwirtschaftliche Betriebe) von 350 auf 500 Prozentpunkte und für die Grundsteuer B (Grundstücke) von 310 auf 500 Prozentpunkte anzuheben. Demnach würde der Eigentümer eines durchschnittlich großen Grundstücks, der zurzeit 180 Euro pro Jahr zahlt, ab 2013 etwa 290 Euro pro Jahr zahlen. Die Gewerbesteuer steigt von 320 auf 400 Prozentpunkte.

Die Gemeinde erhofft sich davon Mehreinnahmen von 157 000 Euro pro Jahr. Das teilte Bürgermeister Ralf Hilmes (SPD) mit. Eine weitere Erhöhung steht 2015 an.

Zunächst hat die Gemeinde versucht, bei den Ausgaben für Verwaltung und Bauhof zu sparen. So soll 2016 die Kassenverwaltung interkommunal mit Sontra und Herleshausen zusammengelegt werden. Dadurch spart Nentershausen 50 000 Euro pro Jahr.

Ab 2015 geht die Gemeinde davon aus, dass sie aus den vier Gruppen im Kindergarten drei Gruppen bilden kann, weil es immer weniger Kinder gibt. Die Einsparung liegt hier bei 48 000 Euro pro Jahr.

Außerdem sollen die Gebühren zum Beispiel für das Schwimmbad, die Dorfgemeinschaftshäuser und die Friedhöfe alle drei bis vier Jahre um drei bis vier Prozent angehoben werden. „Die Energiekosten steigen. Das müssen wir umlegen. Mehreinnahmen hat die Gemeinde davon nicht“, betonte Hilmes.

Es habe klare Auflagen vom Land Hessen und vom Regierungspräsidium gegeben, zum Beispiel die Hebesätze für die Steuern anzuheben, berichtete der Bürgermeister. Dies seien elementare Einnahmemöglichkeiten für Städte und Gemeinden.

Parteien sind sich einig

Der Arbeitskreis habe gute Arbeit geleistet und es sich nicht leicht gemacht. Auch SPD und CDU hätten gut zusammengearbeitet, betonten der Bürgermeister und Vertreter der Fraktionen.

Mit den neuen Sparmaßnahmen und Steueranhebunden schafft es die Gemeinde 2018 nicht nur den Haushalt auszugleichen, sondern erreicht sogar einen kleinen Überschuss von 14 500 Euro.

Wenn die Gemeinde den Schutzschirm in Anspruch nimmt, wird das Land 2,1 Millionen Euro an Schulden der Gemeinde übernehmen.

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Von René Dupont

Quelle: HNA

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