Wer für die Bebraer Tafel Geld gibt, wird Teil eines kunstvollen Mosaiks

Bebraer Tafel: Ein Stern für jeden Spender

Farbenfrohes Kunstobjekt: So sieht Siggi Bernts Entwurf für das Mosaik aus. Die Sterne für die Namen der Spender kommen am fertigen Werk am Rand hinzu. Foto: Hefter

Bebra. Einen Stern, der den eigenen Namen trägt: Das bietet die Bebraer Tafel künftig Spendern als Gegenleistung an, wenn sie die Einrichtung zwei Jahre oder länger mit mindestens 500 Euro jährlich unterstützen.

Die Tafel versorgt in den Ausgabestellen Bebra und Rotenburg 500 bedürftige Menschen mit Lebensmitteln, die der Handel spendet.

Zusätzlich braucht sie aber Geld, um die laufenden Kosten zu decken.

Die Sterne mit den Namen der Spender werden in den Rand eines großen, farbenfrohen Mosaiks eingearbeitet, das vor dem Diakonischen Zentrum in Bebra aufgestellt wird. Das Kunstwerk stellt Menschen bei einer geselligen Mahlzeit dar und soll sowohl an das christliche Abendmahl als auch an Sinn und Aufgabe der Bebraer Tafel erinnern, berichtete Sozialarbeiterin Marion Raub von der Projektstelle Netzwerk gegen Armut.

Mosaik als Blickfang

Von ihr stammt auch die Idee: „Wir möchten unseren Spendern etwas anbieten können“, erklärte Raub. Außerdem soll das Mosaik als Blickfang im Vorgarten des Diakonischen Zentrums auf die Arbeit der Tafel aufmerksam machen. Marion Raub holte Siggi Bernt mit ins Boot, der die Kunstwerkstatt Ludwigsau in Mecklar leitet. Bernt hat gute Kontakte nach Bebra, unterstützte unter anderem die Brüder-Grimm-Grundschule bei einem Projekt. Er entwarf das Mosaik, das die fertigen Maße von 1,70 mal 2,40 Metern haben wird.

Seit dem Spätherbst arbeiten immer freitags in der Kunstwerkstatt freiwillige Helfer an dem Projekt: Eine bunt gemischte Truppe aus Bebraer Grundschulkindern und Lehrern, Jugendlichen und Erwachsenen stellt mithilfe von Schablonen aus Ton die 250 Mosaikteile her, die zweimal gebrannt und glasiert werden.

Gemeinsames Töpfern macht Spaß: In der Kunstwerkstatt Ludwigsau entsteht das Mosaik für die Bebraer Tafel. Auf dem Foto sind die Bebraer Grundschulkinder Noah, Nesrin, Tabea, Polina, Kristina und Noel (von links) zusammen mit Sozialpädagoge Alexander Wagner, Marion Raub, Siggi Bernt und Lehrerin Regine Plaß (ebenfalls von links) abgebildet. Foto: Hefter

Jede der drei Zentimeter starken Fliesen bekommt an der Rückseite eine Öse, damit sie am bereits aufgestellten Metallgerüst befestigt werden kann. Diese Technik hat den Vorteil, dass die Mosaikteile später austauschbar sind. So ist es jederzeit möglich, neue Sterne mit Namen von Spendern hinzuzufügen. Anfang kommenden Jahres soll das Mosaik installiert werden. „Das hängt allerdings vom Wetter ab“, erklärte Marion Raub.

3000 Euro für Strom

Dekanin Gisela Strohriegl ist von der Idee sehr angetan: „Ich finde es spannend, wie viele Menschen in das Projekt involviert sind“, sagte sie. Und auch Inge Ulber, die Koordinatorin der Bebraer Tafel, findet das Vorhaben gut. Sie berichtete, dass dank großzügiger Spenden aus der Lebensmittelbranche aktuell nur noch wenige Bedürftige auf die Berechtigungskarte für die Tafel warten.

Bleiben die laufenden Kosten: Da viele der Lebensmittel gekühlt werden müssen, lag allein die Stromrechnung im vergangenen Jahr bei 3000 Euro. Heizkosten, Benzin und Reparaturen für die Fahrzeuge, mit denen die Lebensmittel eingesammelt werden, sind weitere regelmäßige Ausgaben, für die man Geldspenden benötigt. Die Bebraer Tafel wird gemeinsam vom Kirchenkreis und vom Caritasverband getragen, die Helfer arbeiten ehrenamtlich.

Von Susanne Hefter

Quelle: HNA

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