Sterkelshäuser feierten mit Dorfabend ihr DGH-Jubiläum

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Dicke da: Gestützt auf Spazierstöcke und selbstgebastelte Krücken singen die Alten Säcke der Chorgemeinschaft von der guten, alten Zeit – ganz rechts mit Zerrwanst Dirigent Gerhard Altnöder – von Schwein und Kuh in jedem Stall, vom Kartoffelfeld und natürlich vom Schlachten und vom Schweineessen .

Sterkelshausen. Mit einem Heimatabend feierten die Sterkelshäuser in ihrem vor 50 Jahren fertiggestellten Dorfgemeinschaftshaus den kulturellen Mittelpunkt ihres Ortes - und sich selbst.

Der legendäre Ministerpräsident und Vater des hessischen Dorfgemeinschaftshausprogramms, Georg August Zinn, hätte seine helle Freude gehabt, wenn er miterlebt hätte, mit wie viel Begeisterung und Liebe junge und nicht mehr ganz so junge Sterkelshäuser ihr gutes altes, aber auch neu ins Herz geschlossenes Dorf beim Heimatabend im vor 50 Jahren eingeweihten Dorfgemeinschaftshaus (DGH) gefeiert haben.

Gut drei Stunden lang gaben etwa 20 Kinder und 70 Frauen und Männer einfach alles, um den Besuchern im bis auf den letzten Platz besetzten, kulturellen Mittelpunkt des Ortes einen tollen, ja unvergesslichen Abend zu bieten. Angefangen bei den „Kindern im Dorf Sterkelshausen“ (KiDS) und dem Feuerwehrnachwuchs bis hin zu den verschiedensten Gesangs-, Tanz- und Unterhaltungsgruppen waren alle mit so viel Lust bei der Sache, dass es für Hauptorganisator und Moderator Horst Weichgrebe ein Leichtes war, durch das Programm zu führen.

Glanzlichter setzten die verbliebenen, gesanglich noch immer überzeugenden „NotstromAkrobaten“. Alle fünf hatten weite Wege und Niels Heusner sogar zwei Stunden Stau auf sich genommen, um mit A-cappella-Stücken à la Billy Joel und Wise Guys Sternstunden der Musik wieder aufleben zu lassen. Die Schützenfrauen schmetterten ein Hoch auf das Dorf und intonierten voller Inbrunst das Sterkelshausen-Lied. „Die alten Säcke“ der Chorgemeinschaft stellten sich mit Witz als ebensolche vor, und natürlich sangen sie mit Wehmut: „So wie es früher war, wird’s nie mehr sein!“

Mit Tanzeinlagen überzeugten die „Happy Line Dancers“ und die überaus reizvollen Girls von „In Motion“, mit einem pfiffigen Fremdwort-Sketch Julia Renße und Vanessa Gutheil von der Theatergruppe Mosheim und mit einem „Es-ist-zum-auf-dem-Kopf-Stehen-Striptease“ die fünf „Jungen Damen“ um Simone Wacker, die am Freitagabend fünf Auftritte absolvierte.

Sehr zu Herzen ging allen Besuchern, als die aus Serbien stammende Gordana Markovic und ihre Tochter Lara berichteten, wie sie durch Zufall in Sterkelshausen „gelandet“, überaus freundlich aufgenommen und ein „Teil der Dorfgemeinschaft“ geworden seien.

Ein Pächter ist gefunden

Schirmherr Bürgermeister Georg Lüdtke überbrachte neben Lob, Urkunde und Geldgeschenk schon gleich zu Beginn die gute Nachricht, dass ein Pächter für den DGH-Gastwirtschaftsbetrieb gefunden worden sei, der ab Oktober deutsch-vietnamesische Gerichte anbieten werde. Ortsvorsteher Bernd Mettelem wies bei seinem geschichtlichen Rückblick darauf hin, dass alle wesentlichen DGH-Veranstaltungen in einem inzwischen dicken Buch dokumentiert seien. Pfarrer Dirk Kroker hob hervor, dass Dorfgemeinschaft aus gemeinsamem Feiern erwachse und ein wichtiger Baustein für die Zukunft des Dorfes sei. Dass es um die nur gut bestellt sein kann, bewiesen die Akteure bei ihrem grandiosen Finale.

Sterkelshäuser feiern 50. Geburtstag ihres Dorfgemeinschaftshauses

Quelle: HNA

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