Steine auf den Gleisen: ICE schaffte es noch bis zum Bahnhof

Bad Hersfeld. Auf die Gleise aufgelegte Steine haben am Dienstagnachmittag gegen 15 Uhr bei Bad Hersfeld einen ICE zu einer Schnellbremsung veranlasst. Der Zug war unterwegs in Richtung Dresden.

Unbekannte hatten etwa 1,5 Kilometer vor der Lullusstadt an der Bahnstrecke Fulda-Bad Hersfeld offensichtlich Schottersteine auf die Schienenköpfe gelegt. Weiterhin fanden die Beamten ein ebenfalls überrolltes Radiogerät. Dieses hatten die Unbekannten mittels Klebeband auf den Schienen befestigt.

Der Lokführer legte beim Erkennen der Hindernisse sofort eine Schnellbremsung ein und kam etwa einen Kilometer vor dem Hersfelder Bahnhof zum Halten. Mit Schrittgeschwindigkeit fuhr der Zug noch bis Bad Hersfeld weiter.

Hier mussten die Fahrgäste in einen anderen ICE umsteigen. Personen wurden durch den Vorfall nicht verletzt, jedoch wurden die Räder eines Drehgestelles durch das Überfahren der Steine beschädigt. Die genaue Schadenshöhe muss noch ermittelt werden.

Was eventuell als „Dumme-Jungen-Streich“ gedacht war, hätte schlimmere Folgen haben können. Durch eine Schnellbremsung werden Reisende im Zug meist überrascht. Die Gefahr, sich durch Stürze und umher fliegende Gegenstände zu verletzen, ist groß. Darauf weist die Bundespolizei hin. Darüber hinaus können Züge durch das Überfahren von Hindernissen – auch Schottersteine – durchaus entgleisen oder es entstehen Schäden, die unter Umständen erst Wochen später zu Unfällen führen können. Neben einem Strafverfahren müssen die Täter auch mit Schadensersatzansprüchen durch das Eisenbahnverkehrsunternehmen rechnen. Die Bundespolizeiinspektion Kassel ermittelt wegen eines Gefährlichen Eingriffs in den Bahnverkehr. Hinweise zu den Tätern sind erbeten unter Tel. 0561/81616 - 0 oder über die kostenfreie Service-Nr. 0800/6888000 sowie im Internet www.bundespolizei.de (zac/red)

Quelle: HNA

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