Starke Regenfälle: Natur entschärft die Hochwassersituation - Experte: Boden nimmt die Wassermengen auf

Hersfeld-Rotenburg. Die starken Regenfälle in der Nacht zum Mittwoch und am Mittwoch haben die Pegelstände der Flüsse und Bäche stark ansteigen lassen. Am Nachmittag kletterte der Pegel der Fulda in Bad Hersfeld nach Zahlen des Hessischen Landesamtes für Umwelt und Geologie (HLUG) über die Vier-Meter-Marke.

Der Rotenburger Hochwasserschutz-Experte Heinrich Wacker ging am Nachmittag davon aus, dass die Meldestufe 1 von 4,30 Metern in Bad Hersfeld überschritten wird - der normale Pegelstand liegt dort bei etwa zwei Metern.

„Die niedrig gelegenen Wiesen und neu geschaffenen Hochflutrinnen werden schon voll durchströmt“, erklärte Landschaftspfleger Wacker, der auf Wasserbau spezialisiert ist und einen Fachdienst der Stadt Rotenburg leitet, auf Anfrage unserer Zeitung. Der extreme Niederschlag von 70 Litern innerhalb von 48 Stunden in Rotenburg sei knapp höher, als die Regenmenge für den gesamten Monat Juli in der Fuldastadt. „Wäre der Boden schon wassergesättigt oder gefroren, dann hätten wir ein großes Hochwasser bekommen“, sagte Wacker.

Da der Boden aber trocken und die Vegetation in voller Entwicklung sei, puffere die Natur die enormen Wassermengen weg. Mit 2,80 Metern lag der Pegel der Fulda in Rotenburg am Mittwochnachmittag noch weit unter Meldestufe 1 - sie liegt an dieser Stelle bei vier Metern. (pgo)

Quelle: HNA

Rubriklistenbild: © dpa

Kommentare