Denkmalschutz setzt Grenzen

Städte achten mehr auf Zugänge für Behinderte

Hersfeld-Rotenburg. Öffentliche Einrichtungen sollen allen Menschen offen stehen. Doch für Gehbehinderte und Rollstuhlfahrer stellen Treppen am Rathauseingang und schmale Behördentüren unüberwindliche Hindernisse dar.

Die Städte in Hersfeld-Rotenburg bemühen sich aber verstärkt, ihre Einrichtungen barrierefrei zu machen. Die Stadt Bad Hersfeld ist seit Jahren Ausrichter des Deutschen Behindertentages. Doch mit der Zugänglichkeit für Gehbehinderte und Rollstuhlfahrer ist es in den Einrichtungen der Stadtverwaltung nicht weit her. Deswegen hat Bürgermeister Thomas Fehling den Haushalt 2013 unter das Motto „Bad Hersfeld wird barrierefrei“ gestellt und plant als Erstes die Einrichtung eines für jedermann ungehindert erreichbaren Bürgerbüros am Marktplatz.

Bei allen Neubauten sei Barrierefreiheit eine Selbstverständlichkeit, sagt Rotenburgs Bürgermeister Christian Grunwald und steht damit im Einklang mit seinen Kollegen im Landkreis. „Grundsätzlich ist die Situation verbesserungswürdig“, räumt Grunwald ein.

Doch durch die Fachwerkstruktur der Innenstadt sei die Situation in Rotenburg eine besondere, stellt der Bürgermeister fest und spricht von einem Spagat zwischen den berechtigten Ansprüchen der Behinderten und den Grenzen, die der Denkmalschutz bei Umbauten setzt.

Auch in Bebra tut sich einiges, sagt der Erste Stadtrat Albert Fernau. Der Umbau des Bahnhofs hat begonnen, damit dieser künftig auch für Behinderte uneingeschränkt nutzbar ist. Zudem hat die Stadt einen ehrenamtlichen Behindertenbeauftragten, der eventuelle Probleme im Blick hat.

„Wir bauen derzeit die ganze Stadt um,“ sagt auch Heringens Rathauschef Hans Ries und verweist auf zahlreiche Maßnahmen, bei denen im Zuge von Straßen- und Kanalsanierungen auf die Barrierefreiheit geachtet werde.

Von Karl Schönholtz

Quelle: HNA

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