Stadtbücherei Bebra: Bürgermeister hat andere Pläne als die Fraktionen

Das Alte Rathaus: Hier ist bislang im Erdgeschoss der Sitz der Stadtbücherei. Wenn sie in die Schule an der Luisenstraße zieht, stellt sich die Frage nach der Zukunft des Hauses, in dem auch der Kulturzug und die Naturkundliche Gesellschaft Mittleres Fuldatal beheimatet sind. Foto:  Schankweiler-Ziermann

Bebra. Um die beste Lösung für die Stadtbücherei ringt man in Bebra.

Nachdem die Stadtverordneten sich im November für eine Zusammenlegung mit der Schulbücherei der Grundschule (Luisenstraße) ausgesprochen hat, beanstandet Bürgermeister Uwe Hassl den Beschluss, weil er unter anderem zu hohe Kosten auf die Stadt zukommen sieht.

Die Fraktionen von SPD, CDU und Gemeinsam für Bebra (GfB) hingegen sehen in der Zusammenarbeit eine in allen Belangen günstige Lösung. Das wurde jetzt auch bei einem Gespräch der Fraktionsvorsitzenden mit dem Bürgermeister deutlich. Alle Beteiligten sind bestrebt, die Bücherei zu erhalten, weiterzuentwickeln und dies, ohne die städtischen Finanzen zu strapazieren.

Schon im Februar hatte der Magistrat sich für eine Zusammenarbeit mit der Schule ausgesprochen, im Haushalt 2014 der Stadt wurden 1000 Euro für Software eingestellt.

Haushalt konsolidieren 

Die Entnahme von 25.000 Euro aus einer Erbschaft, die an kulturelle Zwecke gebunden ist, sei nicht notwendig, und die entstehenden Kosten entsprächen nicht der angestrebten Haushaltskonsolidierung, kritisiert der Bürgermeister.

Mit dem erst später gegründeten Büchereiverein könne man die Bücherei kostengünstiger führen. Der Verein wolle zudem einen Begegnungsort für Jung und Alt, Menschen mit hiesigen und mit ausländischen Wurzeln im Alten Rathaus, dem derzeitigen Standort, schaffen.

Ganz anders sehen das die Fraktionsvorsitzenden. Thorsten Strippel (CDU) sagt, Verein und Schule könnten zusammenarbeiten, der Raum im Alten Rathaus vermietet werden. Gerhard Schneider-Rose (SPD) ist davon überzeugt, dass auch der Verein Geld brauchen wird. Volkmar Hanf (GfB) sieht in der Kooperation ein nachhaltiges Sparen, die Anbindung an die Schule sei familienfreundlich, und es habe positive Gespräche zwischen der Schulleiterin Annemarie Warneck und Horst Lucht vom Büchereiverein gegeben.

Alle drei Fraktionen wollen die Vermarktung des Alten Rathauses und sagen, dann rechne sich das Modell.

Das Thema wird erneut auf der Tagesordnung des Parlaments am Donnerstag, 18. Dezember, ab 19 Uhr im Rathaus stehen.

Von Gudrun Schankweiler-Ziermann 

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Quelle: HNA

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