Stadtbücherei Bebra sucht neuen Träger

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Seit 45 Jahren leitet er die Bücherei der Biberstadt: Ernst-August Volland ist Bibliothekar mit Leidenschaft und wüsste deshalb gern, wie es mit seinen Büchern weitergeht.

Bebra. Die Stadt Bebra macht sich Gedanken, wie es mit ihrer Bücherei weitergehen soll. Sie will sie in andere Hände geben. Wer der künftige Träger sein könnte, ist noch unklar. Sicher ist nur: Die Stadt will zwar Geld sparen, den neuen Träger aber weiter finanziell unterstützen.

Seit 45 Jahren leitet Ernst-August Volland die Bücherei der Biberstadt. Viermal ist er mit seinen nunmehr fast 10 000 Werken schon umgezogen. Im April ist der ehemalige Realschullehrer 80 Jahre alt geworden.

Trotz seiner bemerkenswerten Vitalität fragt sich Volland gemeinsam mit Bebras Bürgermeister Uwe Hassl, wie es mittel- beziehungsweise langfristig mit der Bücherei weitergehen soll. Dass es weitergehen muss, steht für Volland fest. „Es gibt doch einen festen Leserkreis, den darf man nicht vergraulen“, stellt er fest.

 Man sieht dem engagierten Bibliothekar an, wie es ihn graust, wenn er sich nur theoretisch vorstellt, dass seine Schätze ungenutzt bleiben. Er macht keinen Hehl daraus, dass die Ausleihzahlen drastisch zurückgegangen sind. Waren es in besten Zeiten 150 bis 200 Bücher, die in der Woche über den Tisch gingen, so sind es derzeit nur noch maximal 50 Werke, die Lesehungrige ausleihen. Jugendliche kommen so gut wie überhaupt nicht mehr. Hier scheinen Smartphones und Tablet-Computer das Papier fast komplett abgelöst zu haben.

 Dabei ist in Bebra die komplette Bestsellerliste zu haben. Vom neuesten Grisham bis hin zu den aktuellen Schwedenkrimis reicht das Repertoire. Dennoch hat Volland seinen gesamten Jahresetat in den vergangenen Jahren gar nicht mehr ausgereizt. Erste Versuche, die Bibliothek an eine Schule zu übergeben, stoßen an organisatorische und finanzielle Grenzen, berichtet Bürgermeister Uwe Hassl.

 

Wen sich Bürgermeister Hassl als neuen Träger vorstellen könnte, lesen Sie in unserer gedruckten Ausgabe.

Quelle: HNA

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