Stadtarchiv weiterhin für Öffentlichkeit zugänglich

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Hier atmet Geschichte: Das Rotenburger Stadtarchiv soll auch weiterhin öffntlich zugänglich bleiben.

Rotenburg. Das Stadtarchiv in Rotenburg soll auch weiterhin für die Öffentlichkeit zugänglich bleiben. Der Geschichtsverein Rotenburg wird sich künftig ehrenamtlich um die historischen Dokumente und um geregelte Öffnungszeiten kümmern.

Das erklärte Bürgermeister Christian Grunwald in einem Pressegespräch. Die Ankündigung, dass das Archiv aus finanziellen Gründen geschlossen werden soll, hatte für einen öffentlichen Aufschrei gesorgt. Besonders Geschichtsinteressierte, die das Archiv für ihre privaten Forschungen nutzten, waren empört.

Hinzu kam, dass das Archiv mit dem Hessischen Archivpreis 2012 ausgezeichnet werden sollte. Der geht nun allerdings an eine andere Einrichtung, weil die Jury den Preis nicht an ein Archiv vergeben wollte, das kurz darauf geschlossen wird.

Darüber ärgert sich Grunwald heute noch: Niemand vom Landesverband Hessen des Verbandes deutscher Archivare, der den Preis vergibt, habe mit ihm gesprochen, es habe keine offizielle Anfrage gegeben. Informationen, eventuell auch falsche, seien über andere Kanäle gelaufen. Sauer ist er auch, weil alle Voraussetzungen für den Preis gegeben waren und die bisherige Leitung nicht honoriert wurde.

Finanzielle Gründe 

Haide Schreiber

Es sei nicht vornehmlich darum gegangen, 1000 Euro jährlich an Sachkosten einzusparen, sagte Grunwald. Es gehe vielmehr darum, die Arbeitskraft von Angela Pooch, die das Archiv seit Jahren als städtische Mitarbeiterin betreut, komplett in einer anderen Abteilung zu nutzen, in der höherer personeller Bedarf bestehe. „Keine Kommune in Nord- und Osthessen leistet sich eine hauptamtliche Archivbetreuung“, erklärte der Bürgermeister. Auch Rotenburg könne dies aus finanziellen Gründen nicht.

In dieser Woche gab es ein Gespräch mit der Vorsitzenden des Rotenburger Geschichtsvereins, Haide Schreiber, und weiteren Vereinsmitgliedern. Der Verein hat sich bereit erklärt, das Archiv künftig ehrenamtlich zu betreuen. „Es gibt ja viele Menschen, die das Archiv brauchen“, sagte Haide Schreiber am Donnerstag und verwies zum Beispiel auf die Verfasser von Ortschroniken, die auf die historischen Dokumente des Stadtarchivs angewiesen sind.

Der Verein hat 110 Mitglieder. Man werde sich jetzt überlegen, wie die Arbeit im Archiv organisiert werden kann, erklärte die Vereinsvorsitzende. Für eine Übergangszeit und zur Einarbeitung werde Angela Pooch den Mitgliedern des Geschichtsvereins zur Seite stehen, kündigte Grunwald an.

Von Silke Schäfer-Marg

Quelle: HNA

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